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Von der Great Ocean Road führt uns die Reiseroute weg von der Küste in Richtung des Grampians National Park, immer noch im Bundesstaat Victoria. Das hat zwei Gründe - zum einen wollte ich nochmal etwas einstreuen, das nichts mit Meer zu tun hat, um Abwechslung zu schaffen, zum anderen habe ich auf der 700 Kilometer langen Strecke bis nach Kangaroo Island keine wirklich spannenden Stopps gefunden. Das war zwar kein echter Fehler, wäre aber auch nicht zwingend notwendig gewesen. Zunächst fahren wir von Port Campbell nach Ballarat (ca. 2 Stunden Fahrtzeit), um uns dort das Freilichtmuseum Sovereign Hill anzuschauen. Als im Jahr 1851 Gold gefunden wurde, ging es hier noch recht chaotisch zu. Dies führte 1854 zur berühmten “Eureka Stockade”, als die Unzufriedenheit der Goldgräber über die ungerechte Verwaltung eskalierte und 25 Goldsucher und 5 Polizisten ihr Leben ließen. 1858 wurde hier in einer Tiefe von 60 m übrigens ein 58 kg schwerer Goldklumpen gefunden. Den Flair dieser Zeit kann man heute in Sovereign Hill, 3 km südlich der Stadt, noch einmal auf sich wirken lassen. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier eine Goldgräberstadt aus der Anfangszeit des Goldrausches nachgebildet. Hier wird wirklich ein hervorragender Eindruck vermittelt, wie die Menschen zu dieser Zeit lebten und arbeiteten. In einer ganzen Reihe von Handwerksbetrieben, wo noch mit ursprünglichen Werkzeugen gearbeitet wird, kann man zusehen, eine kleine Druckerei gibt die ortseigene Zeitung heraus und mehrmals täglich finden sogar kleine inszenierte Aufführungen in authentischen Kostümen mitten auf der Straße statt. Dann werden die Besucher gebeten, z. B. einen Räuber zu identifizieren, einer Hinrichtung beizuwohnen oder sonstig Mithilfe zu leisten. Wir sind heute glücklicherweise zeitig unterwegs und so vor den Schulklassen und Reisegruppen hier.









In den Grampians haben wir uns für zwei Nächte ein Haus im "Hauptort" Halls Gap gebucht. Das Haus liegt direkt neben einem Motel mit angeschlossener Rasenfläche, hierher kommen regelmäßig Kangaroos - niedlich! Der Nationalpark gilt als Eldorado für Outdoor-Fans. Die vielen Wanderwege, verteilt auf 2.000 qkm Buschland, führen zu Aussichtspunkten, Wasserfällen oder interessanten Sandsteinformationen. Leider konnte man zu unserem Besuchszeitraum einige der geplanten Wanderungen und Aussichtspunkte nicht erreichen, da hier an Straßen und Infrastruktur Renovierungen durchgeführt werden und somit der Zugang komplett gesperrt war. Wir haben uns also mit ein paar anderen Wanderungen begnügen müssen und ansonsten etwas den inneren Akku aufgeladen.






Unsere erste Wanderung führt uns zur Aussichtsplattform "The Balconies". Schon direkt am Parkplatz beim Reed Lookout hat man eine schöne Aussicht über weite Täler - im Prinzip den gleichen Blick wie weiter oben von "The Balconies" selbst. Der ca. 700 m lange Weg vom Parkplatz zu den Balconies ist recht einfach zu begehen und auch für ältere Menschen oder notorisch Fußfaule zu bewältigen. Am Ende des Weges wartet dann die Felsnase "Victorias Balkon" oder "Mouth of Death" auf den Wanderer. Früher durfte man hier wohl, ähnlich wie an norwegischen Naturschauplätzen, auf den Felsen rumklettern und für Instagram posieren. Das ist mittlerweile nicht mehr erlaubt und durch Absperrungen auch klar kenntlich gemacht. Entweder durch diese risikomindernden Maßnahmen oder einfach durch Glück, hatten wir hier nur sehr wenige andere Wanderer mit uns. Spannend fanden wir auch links und rechts des Weges zu beobachten, wie sich die Natur nach Bränden erholt und mit der Zeit sogar aus den verkohlten Bäumen wieder Grünes sprießt.










Während unseres Aufenthaltes hier in den Grampians fand eine Rallye britischer Oldtimer statt, deren Fahrer dann auch in Halls Gap übernachtet haben, und somit konnten wir an jeder Ecke neue Schätzchen finden und teilweise auch Fotografieren. So auch am nächsten Aussichtspunkt, den wir bequem mit dem Auto angefahren sind. Hier am Boroka Lookout hat man einen herrlich weiten Blick über den Nationalpark, das Tal mit dem Ort Halls Gap bis hin zum Lake Bellfield.









Faul, oder eben einfach im Urlaub, haben wir uns morgens gegönnt, Frühstücken zu gehen. Sehr empfehlen können wir hier das Livefast Café, dort gab es wirklich leckere Sachen. Frisch gestärkt haben wir uns noch eine einfache kleine Wanderung zu den sogenannten Venus Bath, natürlichen Felspools, quasi in Halls Gap herausgesucht. Ein einfacher Rundweg startet und endet am Botanischen Garten in Halls Gap.






Von Halls Gap bis Victor Harbor - sozusagen kurz vor Kangaroo Island - sind es noch 520 Kilometer, ein reiner Fahrtag ohne besondere Vorkommnisse.
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