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Pebbly Beach
Sydney

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New South Wales
Victoria

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So, nun wird es aber Zeit, die Großstadt zu verlassen - schließlich sind wir ja in Australien in erster Linie, um die Natur zu bewundern. Wie schon öfter geschrieben, sind wir inzwischen auch keine Stadtmenschen mehr - das Gedrängel, die Lautstärke, die Menschenmassen - all das ist nichts mehr für uns. Unser erster Stopp außerhalb von Sydney führt uns in die Blue Mountains. Auch hier gibt es natürlich gerade um Ostern herum sehr viel Tourismus und nur bedingt Ruhe und Erholung. In Katoomba gibt es die sogenannte "Scenic World", in der man aus verschiedenen Transportmitteln Ausblicke auf die Landschaft der Blue Mountains genießen kann. Mit Skyway, Cableway und Railway geht es durch die Blue Mountains. Im Nachhinein hat sich das als eine Art Freizeitpark mit "Thema Natur" herausgestellt - äußerst entbehrlich! Zumal man mit dem Auto diverse wunderschöne Aussichtspunkte anlaufen kann, bei denen man mindestens genauso gute Ausblicke hat und diese außerdem oftmals mit sehr viel weniger Menschen teilen muss. Das würden wir nicht nochmal so machen, sondern mehr Zeit mit kleinen Wanderungen an den anderen Aussichtspunkten verbringen, was so zeitlich nicht mehr ging - sei es drum.

Die Blue Mountains sind eine zerklüftete Region westlich von Sydney im australischen Bundesstaat New South Wales. Die eindrucksvolle Landschaft umfasst steile Felswände, Eukalyptuswälder, Wasserfälle und Dörfer mit Gasthäusern, Galerien und Gartenanlagen. Die Blätter des Eukalyptus verdunsten das ätherische Eukalyptusöl, dessen feiner Nebel über den Bergen liegt. Neben der Rayleigh-Streuung ist dieser feine Nebel bei Tageslicht für die Blaufärbung verantwortlich, die den Blue Mountains den Namen gab.

Scenic Skyway
Scenic Cableway
Katoomba Falls
Scenic Railway
Blue Mountains
Three Sisters
Evans Lookout
Evans Lookout
Evans Lookout
Govetts Leap Lookout
Govetts Leap Lookout
Sublime Point
Sublime Point
Sublime Point
Three Sisters - Echo Point
Three Sisters - Echo Point

Aufgrund der Tatsache, dass wir natürlich in der vorgegebenen Zeit relativ viel Unterschiedliches sehen wollen, haben wir uns für die Blue Mountains nur eine Übernachtung genommen. So geht es am nächsten Tag weiter in Richtung Küste von New South Wales, die wir dann im weiteren Verlauf immer weiter Richtung Süden fahren. Als nächsten Übernachtungsort haben wir uns die Jervis Bay ausgesucht, wo wir 2 Nächte in einer Ferienwohnung verbringen. Von hier aus kann man zum Beispiel zu Delphinbeobachtungen rausfahren oder Stachelrochen direkt am Strand anschauen. Wir haben die Zeit hier aber auch genutzt, um es etwas gemütlich angehen zu lassen, länger zu schlafen und nicht zuletzt Wäsche zu waschen.

Auf dem Weg von den Blue Mountains an die Küste kommen wir zunächst zum Bald Hill Lookout, von wo aus man einen tollen Blick auf den Grand Pacific Drive hat. Wir nutzen den Stopp für ein Mittagessen und etwas Beine vertreten. 

Grand Pacific Drive vom Bald Hill Lookout
Bald Hill Lookout
Bald Hill Lookout

Über Bombo Headland Quarry mit sehr kurzem Fotostopp geht es dann nach Kiama. Dort gibt es ein sogenanntes Blowhole - Wellen, die gegen Felsen schlagen, dringen in eine Höhle in der Meeresklippe ein, verdichten die Luft und schießen Wasser in den Himmel. Angeblich ist dies eines der größten Blowholes der Welt. Entgegen der weit verbreiteten Meinung haben die Gezeiten keinen Einfluss auf die Größe bzw. Menge des Wasserausstoßes, sondern die Windstärke und die Windrichtung. Nur wenn der Wind aus dem Südosten kommt, werden die Wellen so in den Schlund des Kiama Blowhole gedrückt, dass die Luft im inneren der Höhle komprimiert wird. Da haben wir wohl den falschen Zeitpunkt erwischt - hier passiert nicht viel. Nun ist das ja mit den Attraktionen, um die herum Aussichtsplattformen gebaut werden, so eine Sache. Oftmals erleben wir hier mehr Show, als wirkliche Attraktion. In Kiama gibt es aber noch ein sogenanntes "kleines Blowhole". Versteckt mitten in einem Wohngebiet mit kleinem Zugang von der Straße aus und mit kaum Besuchern finden wir dieses Kleinod. Nicht nur schießt das Wasser hier viel höher in die Luft, auch die Szenerie ist um ein vielfaches schöner - mal wieder hat es sich gelohnt, sich im Vorfeld ausgiebig schlau zu machen 😁.

Bombo Headland Quarry
Kiama Blowhole
Kiama Lighthouse
Little Blowhole
Little Blowhole
Little Blowhole

Nachdem wir - endlich - mal so richtig gut geschlafen haben, fahren wir zum Boat Harbour Beach nach Bendalong. Ich hatte gelesen, dass man hier Stachelrochen direkt am Strand sehen und fast streicheln kann. Tatsächlich gibt es hier eine Gruppe von etwa 10 Tieren, die den Besuchern um die Füße herumschwimmen. Natürlich kommen die Tiere, um etwas zu fressen zu bekommen, wir sehen aber keine Menschen, die die Rochen füttern. Trotzdem schwimmen die Tiere uns wörtlich über die Füße - wirklich mal was anderes! Nur fotografieren ist einigermaßen schwierig - die Kinder wollen die Tiere unbedingt anfassen (was quasi nicht gelingt) und wühlen dabei immer wieder stark den Sand auf, so dass nur begrenzt Bilder gelingen. Trotzdem ein schönes Erlebnis.

"Mittendrin statt nur dabei"
Bendalong Boat Harbour
Bendalong Boat HarbourBendalong Boat Harbour
Bendalong Boat Harbour
Bendalong Boat Harbour
Bendalong Boat Harbour

Für den Nachmittag haben wir eine Bootstour zum Beobachten von Delphinen gebucht. Hier in der geschützten Jervis Bay leben das ganze Jahr über große Tümmler, die bei den Bootstouren ganz nah ans Boot kommen und mit den Wellen, die das Boot macht, schwimmen. Als wir am Hafen ankommen, sind mit uns nur etwa 5 Passagiere an Bord und wir freuen uns schon auf eine sehr entspannte Tour. Zu früh gefreut - kurz vor Abfahrt taucht noch eine Busladung älterer Japaner auf, die - wie sollte es anders sein - keinerlei Benehmen und schon gar keine Rücksicht kennen. Da müssen wir leider etwas die Ellenbogen ausfahren, um uns zu behaupten. Insgesamt tut das dem Erlebnis aber keinen Abbruch, alleine Fotos gelingen mir nicht - schade.

Jervis Bay Dolphin

Unser nächster Übernachtungsplatz für zwei Nächte ist das zauberhafte Bed & Breakfast "Balconies Dolphincoast" - mehr dazu später. Auf dem Weg dahin besuchen wir den Murramarang National Park. Unser erster Stopp dort ist Pebbly Beach, ein schöner Strandabschnitt mit Campingplatz, an dem man frei lebende Kangaroos (ich verwende hier in der Regel die englische Schreibweise) sehen kann. Da die Tiere an Menschen gewöhnt sind, lassen sie sich von uns auch gar nicht stören - im Gegenteil, ein Kangaroo lässt sich sogar von mir streicheln und genießt die Zuwendung. Wir sind ausnahmsweise mal recht früh morgens unterwegs und so haben wir Glück, dass die Kangaroos zum einen da sind und zum anderen nicht nur faul im Schatten liegen. Hier an der Westküste lebt das Western Grey Kangaroo (Westliches Graues Riesenkänguru). Das Westliche Graue Riesenkänguru erreicht ohne den rund einen Meter langen Schwanz eine Kopf-Rumpf-Länge von 1,1 bis 1,3 Metern und ein Durchschnittsgewicht von 28 Kilogramm. Sein Fell ist graubraun bis schokoladenbraun gefärbt, von dem ähnlichen Östlichen Grauen Riesenkänguru unterscheidet es sich durch einen weißen Fleck an der Kehle und dem weißgefärbten Bauch. Sein Körperbau ist wie bei den meisten Kängurus durch den langen, kräftigen Schwanz, die muskulösen Hinterbeine, die kurzen Vorderbeine und den langgezogenen Kopf mit großen Ohren charakterisiert. Dadurch lässt es sich auch ganz gut von den wesentlich kleineren und buschigeren Wallabies unterscheiden. An die enorme Größe des roten Riesenkängurus aus dem Zentrum Australiens kommt es allerdings nicht annähernd heran.

Pebbly Beach
Pebbly Beach
Western Grey Kangaroo
Western Grey Kangaroo
Western Grey Kangaroo
Keine Scheu
Pebbly Beach
"Skippy"
Schlafen in Mutters Beutel!
Schlafen in Mutters Beutel!
Pebbly Beach

Angefixt davon, mal wieder Tiere in freier Wildbahn erleben zu dürfen - und was könnte australischer sein, als Kangaroos - fahren wir weiter zum Maloneys Beach, wo wir ebenfalls viele frei lebende Kangaroos sehen. Zwar sind die Tiere hier etwas scheuer, lassen uns aber auch recht nah heran - immer vorsichtig beäugt von den erwachsenen Tieren. Was beide schönen Plätze gemeinsam haben, ist gefühlte Einsamkeit. Es gibt so gut wie keine weiteren Menschen außer uns, eine Wohltat. Wir genießen den Aufenthalt sehr und nehmen uns entsprechend viel Zeit.

Maloneys Beach
Maloneys Beach
Maloneys Beach
Maloneys Beach
Maloneys Beach
Maloneys Beach
Kaffeepause
Kaffeepause
Selbsterklärend

Auf dem Weg weiter zu unserem Bed & Breakfast in Tura Beach machen wir Halt in Narooma, an den Glasshouse Rocks. Das besondere an den Glasshouse Rocks ist, dass sie aus einem Mix aus „Narooma Chert“ und schwarzen Schieferton bestehen. Als Chert  werden sedimentär - also durch Ablagerung, nicht Vulkanismus - entstandene Kieselsteine bezeichnet. Das Entstehen der Glasshouse Rocks wird auf das Kambrium (engl. Cambrian) und frühes Silurian (Ordovizium) also 510 – 440 Millionen Jahre zurückdatiert!  Über ca. 50 Millionen Jahre haben sich das Narooma Chert und der schwarze Schiefer auf dem Meeresboden angesammelt und schichtförmig komprimiert. Den besten Blick auf die Felsen und den Strand hat man unseres Erachtens von dem hoch auf einem Plateau gelegenen Friedhof von Narooma - keine Scheu, es gibt gute Parkgelegenheiten und bei entsprechendem Benehmen auch keine Restriktionen. 

Auffallend hier und im weiteren Verlauf ist erneut, dass wir die Strände fast alleine genießen können - kein Massentourismus, kein Lärm, nur die Natur und wir - herrlich!

Bevor wir dann in der Unterkunft ankommen, gönnen wir uns noch eine Rast am Cuttagee Beach, einer weiteren einsamen Perle mit schönem Meeresrauschen bei angenehmen Temperaturen und ganz für uns.

Glasshouse Rocks - Narooma
Glasshouse Rocks - Narooma
Narooma Beach
Cuttagee Beach
Cuttagee Beach
Cuttagee Beach

Übernachtet haben wir im "Balconies Dolphincove" bei Peter und Katrina Berenguer in Tura Beach. Wie so oft auf unseren Reisen, sind Bed & Breakfast am Besten, um Einheimische kennenzulernen und über den Kontakt viel über die jeweilige Region zu erfahren. So war es auch diesmal. Peter, ein Holzschnitzkünstler, hat uns viel über sich und die Region sowie das Leben in Australien erzählt. Naturgemäß haben wir uns hauptsächlich über Kunst unterhalten, denn das war jahrelang sein Beruf und auch heute noch seine Leidenschaft. Das Bed & Breakfast scheint mehr so eine zusätzliche Einkommensquelle zu sein, ist aber mit Liebe und Leidenschaft geführt - sehr zu empfehlen.

Balconies Dolphincove
Balconies Dolphincove
Balconies Dolphincove
Balconies Dolphincove
Balconies Dolphincove
Balconies Dolphincove
Balconies Dolphincove
Unser Auto - Toyota Kluger

Tura Beach liegt an der sogenannten Sapphire Coast und dessen "Hauptattraktion" ist der Beowa Nationalpark. Der Beowa-Nationalpark hieß bis September 2022 noch Ben-Boyd-Nationalpark. Er war nach Benjamin Boyd (1801–1851), einem australischen Unternehmer, benannt. Dieser betrieb eine Reihe von Geschäften ganz im Süden der Küste von New South Wales, z. B. Landwirtschaft und Walfang. Wegen dessen Handel mit Sklaven erhielt der Park den neuen Namen Beowa, die Bezeichnung der dort heimischen Thaua-Aborigines für den Schwertwal. Ein mittlerweile in ganz Australien weit verbreitetes Vorgehen, Namen von Städten, Regionen und Nationalparks umzubenennen, um die Ureinwohner des Landes zu ehren und ihnen Respekt zu zollen. Man findet auch an quasi jeder öffentliche Einrichtung Schilder, die darauf hinweisen, wem das Land ursprünglich gehört und dass die Aborigines entsprechend zu respektieren sind. Sicher eine späte und eher symbolische Maßnahme, wir fanden das dennoch gut und angemessen - immerhin ein Anfang.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit im nördlichen Teil des Parks sind die "Pinnacles", eine vielfarbige Erosionsschlucht mit weißen Sandschichten, die sich auf dem rostroten Lehm abgelagert haben. Hier haben wir einen kleinen Loop genommen, um sie uns anzuschauen. Im südlichen Teil des Nationalparks sind wir dann noch zum Boyd's Tower gefahren, einem ehemaligen Leuchtturm mit tollen Ausblicken auf das Meer - hier war es richtig schön windig.

The Pinnacles
The Pinnacles
Sapphire Coast
Sapphire Coast
Boyd's Tower
Sapphire Coast
Sapphire Coast

Abends haben wir dann noch in unserem Übernachtungsort den Tura Headland Walk gemacht. Tura Headland ist eine markante Landzunge an der Sapphire Coast mit atemberaubenden Meeresblicken und großartigen Möglichkeiten zur Walbeobachtung im Frühling. Der Wanderweg folgt einem malerischen 1,8 Kilometer langen Weg durch Melaleuca-Bögen, der zu drei erhöhten Aussichtsplattformen und einem letzten felsigen Aussichtspunkt führt. Den letzten Punkt sind wir aber nicht mehr erlaufen.

Harry Potter lässt grüßen
Harry Potter lässt grüßen
Harry Potter lässt grüßen
Tura Headland
Tura Headland
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