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Heute verlassen wir den Bundesstaat New South Wales in Richtung Victoria, wo wir den größten Teil unserer Reise verbringen. Deshalb habe ich auch die Fotos in verschiedene Teile aufgeteilt, dieser Abschnitt beinhaltet dabei im Wesentlichen die Reiseziele Raymond Island, Wilsons Promontory National Park und Phillip Island.
Unser erstes Ziel ist Raymond Island. Hier gibt es frei lebende Koalas, die auf Eukalyptusbäumen mitten in einem Wohngebiet leben. Wir haben einen wettertechnisch nicht ganz so schönen Tag erwischt, es regnet immer mal wieder und ist auch nicht so sonnig. Für den Besuch der Koalas stellt sich das aber als Segen heraus, da sie dadurch tatsächlich recht aktiv sind. Normalerweise schlafen Koalas den größten Teil des Tages in einer Astgabel im Baum. Koalas haben eine sehr spezielle Diät. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Blättern und Rinde sowie Früchten ganz bestimmter Eukalyptusarten. In ganz Australien nutzen sie nur etwa 70 der über 600 bekannten Eukalyptusarten, lokal sogar nur 5–10 Arten. Ein erwachsener Koala benötigt pro Tag rund 200 bis 400 Gramm Blätter. Bei der Nahrungsaufnahme sind Koalas gezwungenermaßen äußerst wählerisch, denn Eukalyptus enthält Giftstoffe, die der Koala zwar in gewissen Maßen tolerieren kann, aber zu hohe Konzentrationen sind auch für ihn giftig. Koalas trinken äußerst selten. Sie decken ihren Wasserbedarf hauptsächlich durch die sehr wasserreichen Eukalyptus-Blätter.
Raymond Island erreicht man mit einer für Fußgänger kostenlosen Fähre in einer 5-minütigen Überfahrt. Unser Auto können wir in der Nähe parken. Für die Touristen gibt es extra einen sogenannten Koala Walk, ca. 2 Kilometer lang und gut ausgeschildert. Wie beschrieben läuft man durch ein Wohngebiet und einen angrenzenden Park und tatsächlich gibt es in vielen Eukalyptusbäumen Koalas. Manche sind so hoch in den Bäumen, dass man sie kaum sehen kann, manche sind aber auch recht weit unten und somit gut zu sehen und zu fotografieren. Wir haben das "Glück", dass sich zwei Tiere so richtig fetzen und somit deutlich mehr Bewegung herrscht als sonst üblich. Wir vermuten, dass es sich um zwei Männchen äußerst unterschiedlicher Größe handelt, sind uns aber nicht sicher - Paarungszeit ist eigentlich zwischen August und Februar.













Übernachtet haben wir in Lakes Entrance, im "The Goat & the Goose" Bed & Breakfast. Das war der einzige Reinfall bei den Übernachtungen auf der ganzen Reise. Ein asiatisch geführtes Bed & Breakfast mit alter, muffiger Einrichtung und zweifelhafter Geschmacksverirrung - so gar nicht unser Ding, aber zumindest sauber. Abends erleben wir aber einen wunderschönen Sonnenuntergang am Meer und sind - wieder einmal - ganz alleine am Strand!

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Unser nächstes Ziel ist der Wilsons Promontory National Park. Hier haben wir wieder ein Bed & Breakfast gebucht, diesmal die wohl beste Unterkunft der gesamten Reise. Der Nationalpark liegt ein wenig abgeschieden und die Anzahl der Unterkünfte ist begrenzt, daher haben wir uns bereits in Deutschland mit den Besitzern darauf verständigt, in der Unterkunft auch zu Abend zu Essen - eine ausgezeichnete Wahl. Karen und Marty sind wundervolle Gastgeber und wir haben stundenlang gequatscht. Man kommt ja generell in den englischsprachigen Ländern immer gut zurecht, auch wenn man nur wenig Englisch kann. Hier kam es uns aber absolut zu Gute, dass wir quasi fließend Englisch sprechen, so konnten wir uns über Gott und die Welt unterhalten, Erfahrungen austauschen, über die Unterschiede des Lebens in unseren jeweiligen Ländern diskutieren, die neuesten Erziehungstipps für Hunde austauschen und so vieles mehr. Marty und Karen haben uns mit Unmengen von Tipps versorgt, obwohl wir auch hier nur zwei Nächte verbracht haben - da sie aber ursprünglich aus Melbourne kommen, haben wir auch hierzu nützliche Tipps erhalten. Die Unterkunft liegt knapp außerhalb des Nationalparks und ist damit gut gelegen, um ihn zu besuchen, lediglich die Beschilderung zum Haus ist "ausbaufähig" 😎.



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Wir haben uns ursprünglich für den Nationalpark 1 1/2 Tage gegeben - Ankunft mittags, aufgrund der Anreise aus Lakes Entrance - dann Aufenthalt bis späten Nachmittag und am Folgetag eine Bootstour entlang der Küste des Nationalparks. Die Bootstour am nächsten Tag fällt komplett ins Wasser und auch in den Nationalpark werden wir nicht noch einmal fahren, da es den ganzen Tag regnen wird, das wissen wir aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Wie durch eine innere Stimme, nutzen wir aber den Tag fast bis zum letzten Licht aus - eine super Entscheidung, denn es gibt hier viel Schönes zu sehen, auch ohne intensive Wanderungen. Wir fahren zunächst tief in den Nationalpark hinein, bis zum (derzeit provisorischen) Visitor Center. Weiter kommt man nicht - alles Baustelle und viele Absperrungen. Auch bekommt man keine Karte des Nationalparks, gibt es nur noch digital. Das finden wir schon schwach, da auf dem Handy doch eher schlecht zu lesen. So entschließen wir uns, die auf der Südwestseite gelegenen Beaches anzufahren. Erster Stopp hier ist der Squeaky Beach, so genannt, da der Sand angeblich unter den Füßen so schön quietscht - sehr einfallsreich. Aber hier gibt es schöne Felsformationen und wenige Besucher - passt!






Die nächsten beiden Buchten heißen Picnic Bay und Whiskey Bay, es gibt einen Aussichtspunkt oberhalb von den Buchten, den man vom Parkplatz aus "erklettern" kann. Cordu hat keine Lust auf Laufen und so "sprinte" ich alleine los. Der Blick nach links in die Picnic Bay ist ganz nett, aber recht unspektakulär, der Blick nach rechts in die Whiskey Bay gefällt mir aber gut - sieht spannend aus. Also klettere ich hier auch noch in die Bucht hinab und mache Fotos vom Strand aus, um dann wieder hinauf zu laufen und zurück zum Parkplatz - nur, um dort festzustellen, dass man die Whiskey Bay auch mit dem Auto anfahren kann und eher ebenerdig vom Parkplatz aus hinläuft. Nun ja, so mache ich das eben nochmal, diesmal mit Cordu - hat sich aber gelohnt, da doch noch etwas die Abendsonne rauskommt und alles natürlich gleich noch viel schöner aussieht. Übrigens wieder kaum Menschen, muss man fast schon nicht mehr erwähnen.










Eines der Highlights im Wilsons Promontory Nationalpark ist unseres Erachtens der sogenannte Prom Wildlife Walk, auf dem man gute Chancen hat, einige der typisch australischen Tiere zu beobachten - Kangaroos, Wallabies, Emus und insbesondere Wombats. Wir sind diesmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort - das kann man ja auf Reisen nicht immer so gut planen. Heute passt es aber perfekt, wir nähern uns der Dämmerung, die dunklen Regenwolken haben sich verzogen und tauchen die Landschaft in ein wunderschönes Abendlicht und die Tiere sind so aktiv, wie erhofft. So bekommen wir hier den gewünschten Wombat vor die Linse, was nicht so einfach ist, da er sich tagsüber in seiner Höhle aufhält und eigentlich nachtaktiv und scheu ist. Hier im Nationalpark fühlt er sich scheinbar sicher und mampft gemütlich vor sich hin, ohne sich von uns gestört zu fühlen. Da hier kein weiterer Mensch ist, verlassen wir ein wenig den Weg und kommen ihm so ganz nah - ein tolles Erlebnis.
Der Wombat gehört ebenso wie Kangaroo und Koala zu den Beutelsäugern. In ihrem Aussehen ähneln sie ein wenig den Waschbären. Innerhalb der Familie der Beuteltiere unterscheidet man die Gattungen Nacktnasen- und Haarnasenwombats, die wiederum in Nördliche- und Südliche Haarnasenwombats unterteilt werden. Wombats erreichen ein Gewicht von etwa 20 bis 40 Kilogramm und eine Größe von 70 bis 120 Zentimetern. Die Weibchen sind im Normalfall größer und schwerer als die männlichen Tiere. Sie besitzen einen kompakten Körperbau mit kurzen kräftigen Gliedmaßen. An den fünfzehigen, breitsohligen Füßen befinden sich gekrümmte Grabkrallen, jeweils fünf an den Vorderfüßen und vier an den Hinterfüßen. Auf kurzen Distanzen erreichen sie eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h.







Es hatte sich ja schon angekündigt - heute regnet es den ganzen Tag. Da es auch recht windig ist, fallen auch die Bootstouren aus und wir brauchen ein Ersatzprogramm. Nach ein paar Tipps von Marty entscheiden wir uns, einfach mal die kleineren Städtchen in der erreichbaren Umgebung zu besuchen, etwas zu bummeln, vielleicht ein paar Nähsachen zu bekommen und ansonsten einfach einen gemütlichen Tag einzulegen. Viel gibt die Region außerhalb des Nationalparks wahrlich nicht her und so haben wir zunächst - erfolglos - versucht, Stoffe mit traditionellen australischen Mustern für Cordu zu bekommen. Über etwas Fish & Chips zum Mittagessen in Port Albert ging es dann nach Yarram, wo es ein paar Murals zu besichtigen gibt. Alles in allem ein verschwendeter Tag - aber was soll's.





Tatsächlich ist die "Schlechtwetter-Phase" nach einem Tag wieder vorbei und es scheint herrlich die Sonne. Nachdem wir noch viel mehr Tipps bekommen haben, als wir verarbeiten können, verabschieden wir uns herzlich von Karen und Marty und fahren weiter in Richtung Phillip Island, unserem Übernachtungsziel für die nächsten zwei Nächte. Marty hatte uns noch empfohlen, in Sandy Point zu stoppen, da es dort ebenfalls frei lebende Koalas geben soll. Die haben wir zwar nicht gefunden, sind dann aber wenige Kilometer weiter zum Cape Liptrap Lighthouse gefahren, wo man eine tolle Aussicht auf die Bass-Strait und den Wilsons Promontory Nationalpark in der Ferne hat.





Phillip Island liegt unmittelbar vor der australischen Südküste und ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge ab Melbourne. Am Summerland Beach versammeln sich täglich Zuschauer, um die sogenannte Pinguinparade zu verfolgen, bei der Zwergpinguine in Gruppen an Land wandern - eine Massentourismusveranstaltung, mehr dazu später. Die Aussichtsplattform an der Felsnase "The Nobbies" bietet Ausblicke über die große Kolonie von Südlichen Seebären an den Seal Rocks - diese größte Robbenkolonie Australiens kann man aber nur bei einer Bootsfahrt oder mit sehr guten Ferngläsern erspähen. Auf dem bekannten Phillip Island Circuit werden Motorrad- und Autorennen ausgetragen - für Fans, ansonsten eher uninteressant.
Da allgemein empfohlen, haben auch wir das Koala Conservation Center besucht, obwohl wir ja schon Koalas in freier Wildbahn gesehen haben. Hier kann man auf einem riesigen Freigelände mit Eukalyptusbäumen die Koalas hautnah erleben. Teilweise führen Holzstege hinauf zu den Bäumen, sodass man diese meist schlafend anzutreffenden Tiere in Greifweite bewundern kann. Ein sehr schönes Gelände, auf dem man bei einem Spaziergang sowie in dem kleinen Museum viel über die Lebensgewohnheiten sowie natürlich die Bedrohung durch die Abholzung der Wälder erfahren kann. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei der Einrichtung um eine Auffangstation für verletzte oder verwaiste Tiere, die hier wieder aufgepäppelt und im Idealfall zurück in die freie Natur entlassen werden.




Unser absolutes Highlight hier war jedoch, ein Echidna zu sehen, im Deutschen würde man wohl "Ameisenigel" oder "Schnabeligel" sagen. Obwohl wir das Tier im Koala Conservation Centre gesehen haben, war es dennoch in freier Natur, da in keinerlei Gehege. Wir haben zwar später auch noch Echidnas gesehen, die konnte man aber nicht so gut fotografieren. Wie auch Schnabeltiere, sind Echidnas eierlegende Säugetiere und zählen zu den Kloakentieren, die ihren Namen von der gemeinsamen Öffnung (Kloake) für Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane haben. Sie sind vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Abgesehen von der Paarungszeit sind Echidnas Einzelgänger mit einem festen, bis zu 200 Hektar großen Revier. Sie bewegen sich langsam fort, können jedoch ausgezeichnet schwimmen. Als Fleischfresser ernähren sie sich hauptsächlich von Ameisen, Termiten und Regenwürmern. Aufgrund ihrer Stacheln haben sie kaum natürliche Feinde. Jungtiere werden manchmal von Dingos erlegt. Einige Tiere fallen jedoch regelmäßig dem Straßenverkehr zum Opfer.


Am Eingang zu Phillip Island gibt es eine recht große Gruppe von Pelikanen. Früher wurden die Tiere von Fischern gefüttert und Touristen konnten sie dann gegen eine Gebühr anschauen. Das gibt es heute zum Glück nicht mehr, aber die Tiere haben sich den Platz scheinbar gemerkt und kommen insbesondere in den Vormittagsstunden regelmäßig hier her. Da es keinerlei Absperrungen gibt, kann den Tieren - mit dem gebotenen Respekt - hier sehr nahe kommen.





Ganz im Südwesten der Insel liegen die sogenannten Nobbies. Hier bilden pechschwarze Felsen, das blaue Meer und die farbenfrohen Moosüberwucherungen einen spektakulären Blickfang. Zwar hat das dortige Visitor Center zur Zeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, aber man kann auf den toll angelegten Holzwegen an der Spitze der Insel entlang wandern und sich den starken Wind um die Ohren wehen lassen. Wohl auch aufgrund des geschlossenen Visitor Center waren hier mal wieder kaum Menschen unterwegs.


DIE Touristenattraktion auf Phillip Island ist eindeutig die sogenannte Pinguin-Parade. Es handelt sich hierbei um die sogenannten Zwergpinguine. Sie sind die kleinste Art der Pinguine und werden nur zwischen 35 und 40 Zentimeter groß. Sie kommen nach Sonnenuntergang zurück von ihrer Jagd und suchen ihr Nest, bevor sie am nächsten Morgen wieder im weiten Meer verschwinden. Für die Parade sind extra drei Zuschauertribünen aufgebaut und der Strand wird von Scheinwerfern ausgeleuchtet, damit man die kleinen Dinger aus dem Wasser watscheln sehen kann. Es war zwar wirklich schön zu beobachten und die kleinen Pinguine sind verdammt putzig. Schlussendlich waren es schätzungsweise 200 – 300 weibliche Pinguine, die aus dem Wasser kamen. Allerdings können wir diese Veranstaltung unterm Strich dennoch nicht weiterempfehlen. Für uns ist es einfach ein zu großer Eingriff in das Leben der Pinguine. Es ist generell verboten, die Pinguine zu fotografieren oder zu filmen, was natürlich keinen Asiaten davon abhält das dennoch zu tun und die Mitarbeiter sind dem hilflos ausgeliefert. Es gibt verschiedene Kategorien von Eintrittskarten, bei denen man dem Schauspiel mehr oder weniger nah kommt und etwas mehr oder weniger Informationen erhält. Am Ende des Tages können aber alle Besucher die gleichen Wege nutzen, womit sich ein teureres Ticket definitiv nicht lohnt. Insgesamt "Nicht empfehlenswert".
Die Fotos hier darf man von der offiziellen Webseite runterladen und auch verwenden!


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