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Fårösunds Fästning
Malmö / Kopenhagen

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Schweden 2025

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Auf der langen Fahrt zurück in den Osten Südschwedens machen wir Halt in Karlskrona. Seit 1998 zählt die Marinestadt Karlskrona zum Weltkulturerbe. Nicht nur der Marinehafen und die zahlreichen Befestigungsanlagen sind dadurch geschützt, sondern auch die Innenstadt und einzelne ältere Gebäude auf den Inseln Trossö, Björkholmen und Stumholmen. Da wir uns für den Marinehafen nicht interessiert haben, war die Stadt doch eher langweilig, zumal einfach gar nichts los war. Zumindest konnten wir später noch einen (fotografisch) schönen Blick auf die Ferienhaussiedlung Brändaholm Koloniområde werfen.

Fredrikskyrkan
Blekinge tingsrätt
Trefaldighetskyrkan
Brändaholm Koloniområde
Brändaholm Koloniområde

Als Übernachtungsort, bevor es auf die Insel Gotland geht, haben wir uns Kalmar ausgesucht. Kalmar wurde im Mittelalter gegründet und blickt auf eine tausendjährige Geschichte als nordisches Macht- und Handelszentrum zurück. Im 13. Jahrhundert lebten dort viele deutschstämmige Kaufleute, die sich durch den Export von Butter, Eisen, Kalkstein aus Öland sowie Holz aus den småländischen Wäldern goldene Nasen verdienten. Damals – und bis ins 17. Jahrhundert hinein – gehörten die Regionen Skåne und Blekinge im heutigen Südschweden zu Dänemark, und Kalmar war ein wichtiger Ort an Schwedens südlicher Grenze. Die strategische Bedeutung wird am beeindruckenden Schloss Kalmar sichtbar, wo 1397 die Kalmarer Union zwischen Schweden, Dänemark und Norwegen besiegelt wurde.

Schloss Kalmar
Schloss Kalmar
Schloss Kalmar
Schloss Kalmar
Alter Wasserturm - Kalmar

Wer, wie wir, in den 1960er Jahren geboren wurde, der ist zwangsläufig mit Astrid Lindgren aufgewachsen. Jeder von uns kennt die Geschichten um Pipi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Karlson vom Dach oder den Kindern aus Bullerbü. Hier in der Provinz  Småland, in der kleinen Stadt Vimmerby, ist Astrid Lindgren 1907 zur Welt gekommen. Hier ist sie eingeschult worden und aufgewachsen und man kann sich sofort vorstellen, dass ihr hier die tollen Kindergeschichten eingefallen sind, wenn man durch die Landschaft fährt. Sofort kommen einem die Erinnerungen an die Geschichten hoch und man glaubt, selbst in der Geschichte festzustecken. Es sieht vielfach aus, als hätte sich in 100 Jahren nichts verändert. 

Da ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns auch Astrid Lindgrens Welt, einen kleinen Freizeitpark rund um ihre Geschichten, anschauen, obwohl wir doch eigentlich viel zu alt dafür sind - oder ist man nie zu alt für Pipi Langstrumpf?

Im Wesentlichen werden hier auf verschiedenen Bühnen kurze Geschichten der besagten Protagonisten aufgeführt - natürlich auf Schwedisch, aber das macht nichts, kennen wir die Inhalte doch quasi auswendig 😊. 

Nur der uns bekannte Michel heißt im Schwedischen eigentlich Emil. Um Verwechslungen mit Erich Kästners berühmtem Buchcharakter „Emil und die Detektive“ (1929) zu vermeiden, hat man sich seinerzeit entschlossen, einen anderen Vornamen zu wählen.

Villa Kunterbunt
Katthult Hof
Michel/Emil aus Lönneberga
Ronja Räubertochter
Astrid Lindgrens Welt
Astrid Lindgrens Welt
Astrid Lindgrens Welt
katrin-engelking_verlag-friedrich-oeting

Zum Abschluss unserer Schwedenreise haben wir uns die Insel Gotland als Ziel ausgesucht. Wir haben nur zwei Übernachtungen geplant, was für die Größe der Insel eigentlich viel zu wenig ist, aber im Nachhinein kann man sagen, dass es sich dennoch gelohnt hat. Gotland liegt 90 km von der schwedischen Ostküste entfernt und ist 117 km lang sowie 45 km breit. Die Anreise erfolgt mit der Autofähre und dauert 3 Stunden reine Überfahrt. Während unseres Aufenthalts hier wurde das Mittsommerfest gefeiert. Midsommar ist in Schweden nach Weihnachten das zweitgrößte Fest des Jahres und die meisten Schweden feiern es mit Verwandten, Freunden und Nachbarn. Midsommar, midsommarafton (Mittsommerabend) genannt, wird immer an dem Freitag gefeiert, der zwischen dem 19. und dem 25. Juni liegt. An diesem Tag haben Arbeitnehmer frei und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Die Bewohner der großen Städte pilgern zu den Feierlichkeiten auf das Land. Am Mittsommertag bleibt die schwedische Flagge oft – entgegen der Empfehlung, sie zu Sonnenuntergang oder spätestens 20:30 Uhr einzuholen – über Nacht gehisst. Die größte Stadt auf Gotland ist Visby und die haben wir uns - fälschlicherweise - für das Fest ausgesucht. Ich sage fälschlicherweise, weil die Feierlichkeiten dort doch sehr touristisch waren. Wir hätten den Tag lieber in der kleinen Gemeinde verbringen sollen, in der wir gewohnt haben. Aber, wie oben bereits beschrieben, ist das Fest in erster Linie ein Familienfest, bei dem man gemeinsam mit Familie und Freunden am Abend gut zusammen isst und sich unterhält. Und genau das ist perfekt für uns gelaufen, denn wir wurden von unserem Hotelbesitzer "eingeladen", den Abend gemeinsam mit ihm und Freunden zu verbringen (das Essen und die Getränke haben wir, wie ein paar andere Gäste auch, bezahlt). Wir hatten einen wunderbaren Abend mit tollen Gesprächen mit Menschen aus Holland, Norwegen und natürlich Schweden. 

Gotland
Fährüberfahrt
Mittsommerfest
Das Schmücken des Baumes
Das Schmücken des Baumes
Mittsommerbaum
Tanz um den Baum
Traditioneller Blumenschmuck
Lecker
Bunt gedeckt
Viel Fisch

Visby, der Hauptort auf Gotland, ist eine ehemalige Wikingerstätte und eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Zentren in Nordeuropa mit verworrenen Kopfsteinpflastergassen, pastellfarbenen Cottages und einem hervorragend traditionellen Stadtbild. Bereits seit 1995 zählt sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt hat auch uns wirklich begeistert, hier kommt man sich noch vor, als würde die Zeit stillstehen, obwohl Geschäfte und Gastronomie natürlich topmodern sind. Da versteht man schnell, dass hier jährlich ein sehr beliebtes Mittelalterfest stattfindet. Wir sind die Stadt rauf und runter gebummelt und können Visby nur jedem wärmstens empfehlen. 

Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby
Visby

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf Gotland sind die sogenannten Raukar. Die Raukar entstanden durch Auswaschung und Erosion weicher Gesteinsschichten über Millionen von Jahren. Besonders an den Küstenstrichen tobten die Elemente und rieben den Stein wortwörtlich auf. Was stehen blieb, sind harte Kalkstein-Teile, die bizarre Formen und Figuren bilden. In verschiedenen Gebieten Gotlands laden ganze „Rauken-Felder“ zur Wanderung durch die Erdgeschichte ein. Die bis zu zehn Meter hohen Rauken befinden sich aber nicht nur an der Grenze zwischen Land und Meer – auch weiter landeinwärts sind bemerkenswerte Stein-Kolosse zu entdecken. Besonders gut kann man die Gesteinsformationen auf der kleinen Insel Farö bewundern.

Raukar - Gotland
Raukar - Gotland
Raukar - Gotland
Raukar - Gotland
Raukar - Gotland
Raukar - Gotland

Zu guter Letzt sind wir noch etwas an Gotlands Nordküste entlang gefahren, um ein paar Eindrücke mitzunehmen. Praktischerweise gibt es zwei Fährverbindungen zwischen Gotland und dem Festland, eine von der Ostküste Südschwedens, aus Oskarshamn. So sind wir angereist. Und eine nach Nynäshamn nördlich von Gotland. Die haben wir auf dem Rückweg genutzt, so ist man sehr viel näher an Stockholm und somit am Flughafen zur Heimreise.

Ehemals Kalksteinfabrik - heute Hotel
Blå Lagunen
Blå Lagunen
Lickershamn
Lickershamn
Lickershamn

Fazit

Auch zu dieser Reise soll es natürlich ein Fazit geben. Das fällt auch insgesamt positiv aus. Zwar ist Schweden nicht so spektakulär, wie andere Reiseziele, die wir schon besuchen durften, aber auch hier haben wir wieder viel gesehen und erlebt - von Stadt über Natur bis Kultur und Freizeit war alles dabei. Der kleine Wehrmutstropfen rührt eher daher, dass wir uns aufgrund der privaten Situation nicht vollständig auf die Reise einlassen konnten. Aber das ist letztlich Jammern auf hohem Niveau.

Wir sind ja generell der Ansicht, dass man Großstädte am Besten 5-7 Tage besuchen sollte - und das war auch für Stockholm der richtige Ansatz. Eine wirklich schöne Stadt mit sehr viel Sehenswertem, das wir bei Weitem noch nicht ausgeschöpft haben. Es zeigt sich mal wieder, dass es für uns doch nichts Schöneres gibt, als Leben am Wasser und das bietet Stockholm reichlich. Dazu viele tolle Museen und Ausflugsmöglichkeiten in die Umgebung - Herz, was willst Du mehr.

Abseits der Großstadt ist Südschweden eher ruhig und gemütlich - mit allen daraus resultierenden Vor- und Nachteilen, entspannend und entschleunigend auf der einen Seite und ein wenig "langweilig" auf der anderen Seite. Dennoch haben wir auch hier wieder viele neue Eindrücke gewonnen. Besonders gut gefallen hat uns dabei das beschauliche Smögen, Bilderbuch-Schweden bei Kaiserwetter. 

Besonders erwähnen muss man auch die fantastische und herzliche Gastfreundlichkeit der Menschen hier. Da kommt uns natürlich sofort der wundervolle Abend am Mittsommertag in Erinnerung, bei dem wir neben tollen Gesprächen auch hervorragend gegessen haben. Überhaupt muss man sagen, dass man in Südschweden nahezu überall hervorragend Essen gehen kann - es gibt eine reiche Auswahl und Fisch steht natürlich ganz oben auf der Speisekarte. Es zeigt sich mal wieder, dass man generell in Europa auf Reisen wirklich gut Essen kann - ganz anders, als in den vielen englischsprachigen Ländern, wie den USA oder Australien (und natürlich England).

Bleibt noch, kurz über das Wetter und die Reisezeit zu sprechen. Der Juni war die perfekte Wahl für uns - das Wetter war fast immer gut und insbesondere für Cordu noch nicht zu warm. Dadurch, dass keine Schulferien waren, gab es auch nirgends wirklich Gedränge, Stockholm als Großstadt lassen wir mal etwas außen vor.

Würden wir nochmal herkommen? Wahrscheinlich eher nicht. Das liegt aber weniger an Schweden und der Region, als vielmehr daran, dass es noch so viel Anderes auf der Welt zu entdecken gibt. Wir können die Region aber allen Reisenden jederzeit empfehlen.

​Hejdå!

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