top of page
Glasgow Corporation Tramways
Fort William & Glen Coe

zurück

Glasgow
Schottland 2024

vor

Inveraray haben wir uns aus zwei Gründen als Unterkunftsort ausgesucht, es liegt nahe am Loch Lomond and the Trossachs National Park und es hat ein wirklich schönes Bed & Breakfast, in dem wir übernachten durften - Rudha-na-Craige. Ansonsten ist der Ort Inveraray ein Kaff und auch die direkte Umgebung ist unspektakulär, auch wenn das der Besitzer des B&B naturgemäß völlig anders sieht und uns jeden Stein und jeden Hügel als Sensation zu verkaufen versucht - legitim. Wirklich lohnenswert ist aber das Inveraray Castle, das wir dann auch besucht haben. Es ist Stammsitz der Dukes of Argyll, einem Zweig des Campbell-Clans. Das Castle liegt in einem großen, wunderschön angelegten Garten und macht schon von außen echt was her. Im Untergeschoss ist die Küche untergebracht. Im Erdgeschoss die Eingangshalle, die Waffenkammer, das Esszimmer, Tepestry-Salon, Eingang zum Turm, der Salon und die Nordwestliche Halle. Im ersten Stock liegen die Gallerie, der Clan-Raum, das Viktorianische Zimmer, das MacArthur Zimmer und das Bildtürmchen. Dekadenz scheint der Familie besonders wichtig zu sein, überall gibt es Ausstellungsstücke, die das Wort Reichtum nur so zu schreien scheinen, wie zum Beispiel das aus Silber mit Goldüberzug gefertigte Segelschiff im Speisesaal. Natürlich dient eine solche Szenerie auch gerne als Filmkulisse, so zum Beispiel für die Serie "Downtown Abbey" oder den James Bond Film "Skyfall".

Inveraray Castle
Inveraray Castle
Inveraray
Inveraray
Loch Fyne

In unserer Zeit hier in Inveraray hat uns das Wetter nicht so recht mitgespielt und so haben wir einen Tag "Verstecken gespielt" mit dem Wetter. Wir haben versucht, immer dahin zu fahren, wo es gerade nicht geregnet hat und so viel auch ein etwas ausgiebigerer Besuch des Loch Lomond förmlich ins Wasser.

Kilchurn Castle
Schäfchen
Bad Hair Day
Rest and be Thankful Viewpoint
Along the way
Highland Cows

Glasgow ist "nur" 1 1/2 Stunden Fahrtzeit von Inveraray entfernt und was macht man an einem Regentag? Richtig, man geht ins Museum, um genau zu sein ins Glasgow Museum of Transport. Glasgow war schon immer und ist auch heute noch eine klassische Industriestadt. Bereits ab Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt durch die Lage am River Clyde zu einem wichtigen Umschlagplatz für den Handel in Übersee. In Industriehallen und Werften wurden Züge und Schiffe gebaut, 1896 nahm die drittälteste U-Bahn ihren Verkehr auf. Heute treffen hier vier Autobahnen aufeinander und zwei Flughäfen binden die Stadt an den internationalen Luftverkehr an. Zu sehen gibt es hier im Museum Fahrräder, Motorräder, Autos, Busse und Straßenbahnen, ja selbst Lokomotiven - eine außergewöhnliche Sammlung aus unterschiedlichen Epochen, die auch den jeweiligen Zeitgeist beschreiben. Man kann Schiffsmodelle bestaunen, wunderschöne Feuerwehrautos, ja sogar Leichenwagen. Besonders schön gemacht ist der Nachbau einer früheren Straße mit Pub, Eiskaffee und einer Sattlerei.

Riverside Museum, Glasgow

Eine "Pflichtveranstaltung" für Schottland Ersttäter ist sicher der Besuch einer Whisky-Destillerie, behaupten doch die Schotten (ebenso wie übrigens die Iren), das Getränk erfunden zu haben. Wir haben uns für einen kleinen Familienbetrieb entschieden, der auf dem Weg von Inveraray nach Glasgow liegt - die Glengoyne Distillery. Im Grunde genommen ist Whisky ein einfaches Getränk. Alle Whiskysorten bestehen aus Wasser, Getreide und Hefe. In 5 Schritten wird aus diesen Zutaten das "Wasser des Lebens":

1. Mälzen - Gerste einweichen. Zum Keimen ausbreiten. Mit Heißluft trocknen. Oder über einem Torffeuer - dann wird der Whisky 'rauchig'.

2. Gärung - Die gemälzte Gerste wird gemahlen. Das Malzmehl langsam erhitzen und mit Wasser vermischen. Der Zucker trennt sich. Die zugefügte Hefe verwandelt den Zucker in Alkohol. 

3. Brennen - Jetzt kommt das Ganze in Destillierkolben. Kupferne Brennblasen heißen Pot Stills. Günstigere Sorten kommen in Column Stills, sogenannte Brennsäulen. Der Alkohol trennt sich vom Wasser. Gleichzeitig verdampfen schädliche und ungenießbare Inhaltsstoffe. Je öfter gebrannt wird, desto stärker der Whisky.

4. Abfüllen - Die Größe des Fasses, Bauart, geografische Lage des Lagerhauses, Alter, frühere Nutzung des Fasses - alles nimmt Einfluss auf den Whiskygeschmack.

5. Reifung - Whisky darf nach drei Jahren und einem Tag im Fass so genannt werden. Je länger das Destillat reift, desto würziger, komplexer und abgerundeter schmeckt es.

Whisky Herstellung
Glengoyne Distillery
Glengoyne Distillery
Glengoyne
Maische
Destillieren
Auf das Fass kommt es an
Alt und wertvoll

Zum Abschluss unserer Reise haben wir noch zwei Tage in Glasgow verbracht, bevor wir von hier wieder zum Flughafen Edinburgh gefahren sind. Glasgow ist, gerade im Vergleich mit anderen schottischen Städten, sicherlich keine Schönheit. Die Stadt erinnert an die kohlegeschwärzten Städte im Ruhrgebiet in den 1970er Jahren, eine Veränderung tritt nur ganz langsam ein. Dennoch hat natürlich auch Glasgow durchaus Sehenswertes zu bieten. Wir haben uns hier, neben der klassischen Hop-On-Hop-Off Tour, auf die St. Mungo's Cathedral und die sogenannte Necropolis, den Friedhof, konzentriert. Die Kathedrale geht auf den Glasgower Schutzpatron St. Mungo zurück, dessen Grab sich in der Krypta der Kirche befindet. Der jetzige gotische Bau ist zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert entstanden. Die Kirche war Sitz der Bischöfe und später der Erzbischöfe von Glasgow. Seit dem Jahre 1690 war die Kathedrale nicht mehr Sitz eines Bischofs. Die Bezeichnung als Kathedrale ist seitdem ein historischer Ehrentitel und deutet auf die ursprüngliche Funktion als römisch-katholische Bistumskirche des Erzbistums Glasgow hin.

St. Mungo's Cathedral
St. Mungo's Cathedral
St. Mungo's Cathedral

So morbid es klingen mag, im Rahmen einer Reise einen Friedhof zu besichtigen, dieser hier ist schon was Besonderes. Über den Dächern Glasgows, auf einem Hügel im Osten der Stadt gelegen, thront die schottische Stadt der Toten. Die sogenannte Seufzerbrücke führt Besucher unmittelbar zu den vergoldeten Pforten der frühgeschichtlichen Ruhestätte. Als Vorbild für den Friedhof galt ursprünglich der Père Lachaise in Paris. Nach kurzer Planungszeit konnte sich jedoch der viktorianische Stil der Briten durchsetzen. Noch heute imponiert die Necropolis mit einer Vielzahl von prachtvollen Pavillons, Tempeln, Obelisken und spektakulären Grabfiguren. Das Zentrum des Friedhofs markiert die rund 17 Meter hohe Säule zu Ehren des Reformators John Knox. 50.000 Menschen sollen auf dem Friedhof liegen. Doch nicht jeder davon hat einen Grabstein. “Nur” 3.500 Denkmäler stehen dort auf 15 Hektar, was mehr als 20 Fußballfeldern entspricht. Der Rest der Toten befindet sich ungekennzeichnet unter dem Gras, über das wir Touristen spazieren – eine etwas gruselige Vorstellung.

Glasgow Necropolis
Glasgow Necropolis
Glasgow Necropolis
Glasgow Necropolis
Glasgow Necropolis
Glasgow Necropolis

Da unser Rückflug erst am Abend geht und der Flughafen von Edinburgh nur 45 Minuten von Glasgow entfernt liegt, haben wir quasi noch den ganzen Tag Zeit für Ausflüge. Zunächst versuchen wir es noch einmal mit der Forth Bridge, einer zweigleisigen Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth, den weit ins Land reichenden Mündungstrichter des Flusses Forth nördlich von Edinburgh, seines Zeichens UNESCO-Weltkulturerbe. Hier waren wir schon einmal, nachdem wir Edinburgh verlassen hatten, es war aber so nebelig, dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte. Heute sieht das schon viel besser aus.

Forth Bridge
Forth Bridge

Letztes Ausflugsziel dieser Reise ist dann die Royal Yacht Britannia, das ehemalige Schiff der britischen Königsfamilie, das als Museum vor Edinburgh im Hafen liegt. Die Britannia wurde auf der Werft John Brown & Company Ltd. in Clydebank (Schottland) gebaut. Nach ihrem Stapellauf am 16. April 1953 und ihrer Taufe durch Königin Elisabeth II. wurde sie am 11. Januar 1954 in Dienst gestellt. Während ihres Dienstes als Königliche Motoryacht beförderte sie die Königin, weitere Mitglieder der königlichen Familie und verschiedene andere Würdenträger zu 696 Besuchen im Ausland und zu 272 Visiten in Großbritannien. Prinz Charles und Diana Frances Spencer verbrachten 1981 ihre Flitterwochen auf der Britannia. Mit der Yacht wurden 1986 in Aden über 1.000 Flüchtlinge des Jemenitischen Bürgerkriegs evakuiert. Außerdem sollte die Britannia der königlichen Familie im Falle eines Atomkriegs als sicherer Rückzugsort dienen.

Royal Yacht Britannia
Royal Yacht Britannia

Fazit

​Eine wirklich schöne Reise geht zu Ende und wir haben (endlich) mal wieder ein Land kennenlernen dürfen, in das wir jederzeit gerne zurückkehren möchten.

Schottland ist ein wunderschönes Reiseland, das von allem etwas und für jeden etwas zu bieten hat. Ob das Interesse nun eher Städtereisen mit viel Kultur und Museumsbesuchen gilt, oder geschichtlich Interessierten mit den vielen erhaltenen Burgen und Schlössern, oder Naturliebhabern mit den Highlands und der Küste oder eben ausgewogen von allem etwas, so wie uns – einfach perfekt geeignet. 

Man muss natürlich zugeben, dass in einem so weit nördlich in Europa gelegenen Reiseland das Wetter eine wesentliche Rolle spielt – und da hatten wir wieder einmal viel Glück, mit Sturm und Dauerregen hätte alles nicht ansatzweise so viel Spaß gemacht.

Die Mischung aus AirBnB und Hotels bei den Unterkünften war genau richtig, bieten die Ferienwohnungen doch die Freiheit nicht immer Essen gehen zu müssen, während die Hotels den Komfort bieten, sich um nichts kümmern zu müssen. Mal ist eben das eine, mal das andere die bessere Wahl. Mit dem Mietwagen sind wir auch gut gefahren, er sollte ähnlich zu England nicht zu groß sein, denn die Straßen sind auch hier schmal und unübersichtlich.

Zu guter Letzt möchte ich noch unsere Wahl der Reisezeit als absolut gelungen „preisen“, ich habe von vielen Reisenden gehört, die im Sommer in den Highlands unterwegs waren, dass es nahezu unerträglich ist mit den dann in Schwärmen auftretenden Midges.

Kurzum – ich könnte gleich nochmal hin!

Fort William & Glen Coe

zurück

Schottland 2024

vor

Nach Oben

© CIrrgang
bottom of page