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Wie bereits beschrieben, liegt unser Hotel in Gardone Riviera und damit im Südwesten des Gardasees. Das Hotel liegt zwar an der stark befahrenen Via Trento, der Hauptstraße um den Gardasee, wir haben aber ein Zimmer im zweiten Stock und im Gebäude, das etwas abseits der Straße liegt, somit können wir damit gut leben. Außerdem haben wir es genossen, Abends auf unserem kleinen Balkon zu sitzen und dem Treiben zuzuschauen. Der Blick aus unserem Zimmer auf den See mit den Sonnenuntergängen, den typisch italienischen Zypressen und nicht direkt in der Sonne (nachmittags und abends) - daran kann man sich schnell gewöhnen. Auch das Frühstück hier auf der eigens dafür genutzten Terrasse ist ausgezeichnet und sehr liebevoll und abwechslungsreich. Wir kommen immer wieder mit den Bediensteten ins Gespräch (meist auf Englisch sowie mit Händen und Füßen) und alle sind wirklich ausgesprochen freundlich. Allein es gibt im Hotel kein Restaurant und somit nur Frühstück, aber das wussten wir natürlich vorher. So haben wir uns immer mal wieder Baguette, Käse, Oliven und Schinken oder Ähnliches mitgenommen und auf dem Balkon gegessen - sehr gemütlich!






Direkt der erste Tag unseres Aufenthaltes bietet das beste Wetter der gesamten zwei Wochen. Bei strahlendem Sonnenschein ist es super klar und man kann sehr weit schauen. Mehr durch Zufall haben wir den Tag optimal genutzt und sind an der Westküste auf steilen Serpentinen in die Berge gefahren. Kurz hinter Gargnano gibt es eine Abzweigung von der Uferstraße, die steil hinauf in die Berge führt. Hier gibt es zunächst einige wundervolle Aussichtspunkte und später bei Pieve die Terraza del Brivido, ein Restaurant mit Aussichtsplattform. Die Plattform ist ein freischwebender Betonsteg, der rund 350 Meter über dem See in die Landschaft hinausragt und ein intensives Panorama-Erlebnis bietet – daher der Name „Brivido“, was auf Italienisch „Nervenkitzel“ oder „Gänsehaut“ bedeutet.












5 Autominuten von unserem Hotel entfernt liegt der kleine Ort Toscolano-Maderno. Hier fahren unter anderem die Fähren ab, die zur Ostseite des Gardasees führen oder aber zur Isola del Garda oder nach Sirmione. Hier gibt es auch ein paar kleine Restaurants, die wir ab und an genutzt haben, um hier zu Abend zu essen. Hier gibt es aber auch das Museo della Carta, ein Papiermuseum, auf das wir sicher nicht gekommen wären, wenn es uns nicht die ortsansässige Bedienung am Frühstücksbuffet empfohlen hätte. Im eindrucksvollen Tal der Papiermühlen gelegen, ist das Museum in der einstigen Papiermühle von Maina Inferiore untergebracht, einem historischen Gebäude, dessen Ursprünge auf das 15.-16. Jahrhundert zurückgehen. Die Papiermühle von Maina Inferiore hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umbauphasen erlebt. Von den Maßnahmen im 19. Jahrhundert, die nötig waren, um die Anlagen mit der Einführung von Papiermaschinen und Papierholländern zu modernisieren, bis hin zur Errichtung des 33 Meter hohen Schornsteins nach 1905, der heute wie ein einsamer Zeuge der industriellen Vergangenheit des Tales empor ragt. Hier wurde bis 1962 Papier hergestellt. In jenem Jahr ging die Ära der Papierherstellung im Tal der Papiermühlen zu Ende. Die Wiederbelebung des Ortes zwischen 2005 und 2007 hat diese Bereiche in ein Museum verwandelt. Der Ausstellungspfad des Museums veranschaulicht die Geschichte des Papiers im Laufe der Jahrhunderte, ausgehend vom ursprünglichen Kern der Fabrik aus dem 16. Jahrhundert. Die Besucher können Maschinen und Ausrüstungen, die bis ins 19. Jahrhundert bei der Papierherstellung verwendet wurden, aber auch archäologische Funde und eine Sammlung von Büchern bewundern, die Alessandro Paganini im 16. Jahrhundert gedruckt hat.





DER touristische Hotspot an der Westküste des Gardasees ist Limone. Man muss generell sagen, dass es hier am Gardasee im September wirklich voll ist und man entsprechend auch schwerlich italienisches Flair verspüren kann, wenn quasi alles in Deutsch angeschlagen ist, man auf Deutsch angesprochen wird und auch die Kulinarik ganz auf den Deutschen Markt ausgelegt ist. Das ist ja so gar nicht unser Ding. Hier in Limone wird das Ganze dann aber noch auf die Spitze getrieben, was dem ansonsten eigentlich wunderschönen Ort absolut nicht gerecht wird. Nun ja - that's the way the cookie crumbles. So sind wir etwas durch den steil am Hang gelegenen Ort "geschlendert", haben den Aufenthalt aber relativ kurz gehalten. Was wir uns aber angeschaut haben ist eine der für die Westküste typischen Limonaia. Die ersten Zitronen wurden im 13. Jahrhundert am Gardasee angebaut und in den folgenden Jahrhunderten zu einem florierenden Geschäftszweig weiterentwickelt. Nicht aus Sizilien kamen die Zitronen nach Deutschland, sondern vom Gardasee. Das Panorama zierten die Gelb- und Orangetöne der sonnigen Früchte entlang der Uferlinie bis in den Norden. Um das milde Klima zu nutzen und die Sonne optimal aufzufangen, wurden auf der Westseite des Sees die Zitronengärten (Limonaia) auf mehreren Terrassen angelegt und direkt in die Steilhänge gebaut. So waren sie windgeschützt und zur Sonne ausgerichtet. Gleichzeitig wurde mit den Bergen im Rücken die Wärme eingefangen. Der Clou war aber das Winterkonstrukt. Mit Holzstreben und Glasfenstern wurden in einer einzigartigen Bauweise im Winter die perfekten klimatischen Bedingungen für den Zitrusfruchtanbau geschaffen. Das alles in reiner Handarbeit. So wurden die spritzigen Früchte vom Gardasee über viele Jahrzehnte zum Exportschlager.










Die kleinen Ortschaften rund um unsere Unterkunft sind da schon viel ruhiger und weniger überlaufen. Hier kann man noch wirklich gemütlich bummeln, ein Eis essen oder den Booten auf dem See zuschauen. Orte wie Maderno, Salò, Gardone Riviera oder Porto die Portese versprühen noch den Charme des Gardasees ohne Massentourismus. Wir finden sowieso, dass die Westküste mit den steil aufragenden Bergen und den kleinen am Hang liegenden Ortschaften uns am Besten gefallen hat. Der Norden mit Riva del Garda als Stadt ist ebenfalls sehr schön, die Ortschaften auf der Ostseite fallen hier deutlich ab. Dort dehnen sich die Orte mehr in die Fläche, es gibt viele (große) Unterkünfte für Busreisende und Campingplätze - was die Region deutlich überlaufener macht.
Porto di Gardone Riviera kann man dabei von unserem Hotel aus noch ganz gut zu Fuß erreichen, wenn auch teilweise an der Hauptstraße entlang, die übrigen Orte muss man dann aber doch mit dem Auto anfahren.
















Die Strada della Forra, offiziell als Provinzstraße SP38 geführt, ist die atemberaubende Verbindung zwischen der Uferstraße Gardesana Occidentale (SS45bis) und dem Bergdorf Pieve di Tremosine – jener kleinen Perle, die auf einem Felsplateau über 400 Meter über dem Gardasee thront (siehe oben). Auf einer Länge von rund 6 Kilometern folgt die Trasse dem tiefen Einschnitt, den der Wildbach Torrente Brasa in den Kalkstein gefräst hat. Die Straße führt mitten hinein in das Herz einer engen Klamm, vorbei an senkrecht aufragenden Wänden und durch Tunnel, die direkt aus dem nackten Fels geschlagen wurden. Der Name „Forra“ ist dabei Programm - im Italienischen bezeichnet er eine tiefe, schmale Schlucht. Hier nutzt die Straße jeden Millimeter zwischen Fels und Abgrund. Die Fahrbahn ist schmal, die Kurven sind eng, und an manchen Stellen scheint das Wasser des Bachs nur eine Armlänge hinter der Leitplanke direkt unter den Füßen dahin zu rauschen. Diese visuelle Wucht blieb auch Hollywood nicht verborgen. Die Strada della Forra lieferte die Kulisse für unzählige Werbespots und Kinofilme. Weltberühmt wurde sie durch den James-Bond-Streifen „Ein Quantum Trost“, in dem 007 in seinem Aston Martin durch die Tunnel Richtung Norden jagte.





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