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Hafen von Funchal
Madeira 2021

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Wappen Funchal
Monte

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Funchal

Funchal ist die Hauptstadt von Madeira, wobei man gemeinhin mit Madeira immer die Hauptinsel meint, Madeira aber eigentlich eine Inselgruppe ist, die neben Madeira aus Porto Santo und den Ilhas Desertas besteht. Funchal heißt übersetzt Fenchel, der hier früher in großen Mengen wild wuchs. Heute findet man den wilden Fenchel nur noch an wenigen Stellen. Funchal hat ungefähr 120.000 Einwohner, wobei sich die Zahl der Menschen in der Stadt durch die - insbesondere von den Kreuzfahrtschiffen an Land geschwemmten - Touristen zeitweise deutlich erhöht. So herrscht in der Stadt stets ein reges Treiben, das jedoch in der Regel gegen Abend deutlich nachlässt, was auch daran liegt, dass es in Funchal kein intensives und extensives Nachtleben gibt - wie beispielsweise auf den Kanaren.

Die Stadt liegt, wie quasi alle Orte auf Madeira, eingebettet zwischen steil aufragenden Hängen und dem Meer. Häuser sind somit dicht gedrängt und teilweise spektakulär in den Hang gebaut und es ist spannend zu beobachten, wie die Häuser gebaut werden. Es ist schon eine Herausforderung für Bauwägen, Zementmischer und Kräne, in den engen Straßen zurecht zu kommen.

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Funchal
Funchal

Da ich ja nun nicht besonders mobil war und wir so nah an Funchal gewohnt haben, waren wir einige Male in der Stadt. Auch wenn die Stadt aus unserer Sicht sicher nicht spektakulär ist, so kann man hier doch das ein oder andere besichtigen. Besonders gut gefallen hat uns dabei der auf dem Berg gelegene Stadtteil Monte, doch dazu später mehr. Funchal besteht aus vielen kleinen und etwas größeren Straßen und Gassen, die insbesondere in der Altstadt immer kleiner und enger werden. Da lässt es sich schon sehr gut bummeln und den ein oder anderen Kaffee trinken, was wir ausgiebig getan haben, da ich ja doch öfter eine Pause brauchte.

Vantastic

Sehr schön und zu unserer Zeit auch selten zu voll ist der Hafen von Funchal. Es gibt eine schöne Promenade, an der man spazieren und auf die Kreuzfahrtschiffe schauen kann. Cafés, Eisdielen, Restaurants und Stände mit Esskastanien runden das Angebot ab. Dadurch, dass Kreuzfahrten wieder erlaubt sind, waren auch immer einige Schiffe im Hafen und auch wenn diese normalerweise Massen an Touristen "ausschütten", so können wir uns doch einer gewissen Anziehung dieser Hotels auf dem Wasser nicht ganz entziehen. Nur selbst mal mit einem Kreuzfahrtschiff auf Reise zu gehen, kommt für uns nicht in Frage. Einige dieser Schiffe fassen bis zu 3.200 Passagiere, wobei sie derzeit nur zu 25% gefüllt sind. 

Eines der, anhand der Bewertungen durchaus empfohlenen, Hotels in Funchal ist das Pestana Cristiano Ronaldo direkt am Anleger. Wer dort wohnt, schaut aus seinem Hotelzimmer unmittelbar in die Kabinen der Passagiere, sieht aber sonst nichts - gewöhnungsbedürftig!

Schöner ist da schon der Bereich des Jachthafens, an dem es einen Pier gibt, man die Kreuzfahrtschiffe auch beobachten kann, man aber auch eine schöne Sicht auf die Stadt am Hang hat. Hier kann man schön mit einem Eis in der Hand entlang schlendern und einfach schauen. Aber Achtung, die Kugel Eis ist hier so groß, dass 2 Kugeln schon eine echte Herausforderung darstellen 😉.

Jachthafen Funchal
MSC Splendida
Am Jachthafen
AIDA
Näher geht nicht!
Kunst liegt im Auge des Betrachters

Die Innenstadt von Funchal besitzt einige schöne alte Gebäude, die man aber leider nicht immer besuchen kann. So war die Sé Catedral de Nossa Senhora da Assunção leider zu unseren Besuchszeiten immer geschlossen, obwohl sie von innen wirklich wunderschön sein soll - sei's drum.

In allen Reiseführern und Reiseberichten stets hochgelobt, ist der Markt von Funchal, der Mercado dos Lavradores. Wir waren am Ende der Verkaufszeiten kurz dort und fanden es weniger spannend. Es handelt sich halt um einen klassischen Markt mit Obst, Gemüse, Blumen und Fisch zum Verkauf zu touristisch überteuerten Preisen. Der Fischmarkt war schon geschlossen, die Obsthändler versuchten hartnäckig und aufdringlich die letzte Ware an den Mann und die Frau zu bringen und außerdem war es ein recht heißer Tag, an dem dort das Tragen von Maske nicht wirklich Spaß gemacht hat. Vielleicht waren wir zur falschen Zeit am falschen Ort - sei's drum.

Apropos Maske und Corona-Maßnahmen - man kommt ja so ganz doch nicht um das Thema drumherum. Daher hier ein kleiner Exkurs. Wir mussten auf der Insel in allen Gebäuden Maske tragen, außerhalb war das nicht vorgeschrieben, wobei wir in Funchal bei etwas mehr Gedränge auch die Maske auf hatten. Ansonsten gab es keinerlei wirkliche Einschränkungen durch Corona. Das ist jedoch dem Tourismus als Haupteinnahmequelle der Madeirer geschuldet. Etwa zur Hälfte unserer Reise wurden die Bestimmungen von 2G zu 2Gplus verschärft, was also bedeutete, dass man zusätzlich zum Nachweis einer doppelten Impfung auch noch einen negativen Test haben musste. Wir als pflichtbewusste Menschen, haben uns also in Funchal entsprechend testen lassen- und einen Nachweis mit Gültigkeit von einem Jahr erhalten - hüstel 😁😂. Allerdings wurden wir nicht an einer Stelle auf der ganzen Insel kontrolliert, hätte ja den Umsatz gegebenenfalls geschmälert. Vielmehr haben wir gehört, dass Hotelangestellten sogar mit Kündigung gedroht wurde, sollten Sie den Gästen gegenüber etwas von 2Gplus erwähnen - Krass! Aber Moment! Auf der ganzen Insel nicht kontrolliert, stimmt nicht. Es gab auch hier ein kleines "gallisches Dorf", das gegen den Strom geschwommen ist. An einer abgelegenen Seilbahnstation mit ca. 10 Gästen am Tag wurden wir doch tatsächlich noch vor unserem Test abgewiesen, da wir nur geimpft waren. Der Betreiber hatte am Morgen Besuch von der Polizei bekommen, die ihn auf die neuen Regeln eingeschworen hatte und die Obrigkeit hat seine Wirkung nicht verfehlt. Selbstredend waren wir am nächsten Tag nochmal hier, mit Impfnachweis und Testnachweis - das konnten wir uns nicht nehmen lassen 😊. Es blieb die einzige Kontrolle.

Einer der Stadtgründer
Banco de Portugal
Sé Catedral de Nossa Senhora da Assunção
Sé Catedral de Nossa Senhora da Assunção
Es weihnachtet sehr
Es weihnachtet sehr
Mercado dos Lavradores
Schön scharf!
Mercado dos Lavradores
Mercado dos Lavradores
Mercado dos Lavradores

Die Altstadt von Funchal (Zona Velha) ist das älteste Viertel der Hauptstadt Madeiras. Früher Hochburg von Kriminalität und Prostitution, hat es sich heute zu einem beliebten Ausgehviertel und Fotomotiv gewandelt. Besonders am Wochenende sind Bars und Restaurants voll mit Einheimischen und Touristen. Im 15. Jahrhundert wurden hier die ersten Häuser in der Rua de Santa Maria errichtet. In der Zona Velha lebten vor allem die einfachen Leute, Fischer und Handwerker. Mit der vor einigen Jahren begonnenen Restaurierung des Viertels veränderte sich auch das Publikum. Die Altstadt ist gesäumt von Restaurants und Bars, immer mehr Wohnungen werden in Ferienwohnungen umgewandelt.

Das Kunstprojekt "Projecto artE pORtas abErtas" in der Zona Velha in Funchal ist eine Open-Air-Galerie, bei der zahlreiche Künstler dutzende Haustüren mit ihren Motiven versehen haben. Die neu gestalteten Türen sollen Funchal für Kunst und Kultur öffnen - daher der Name. Leider werden die schön gestalteten Haustüren nicht sonderlich gut gepflegt, so dass einige Malereien bereits wieder (teilweise) unansehnlich wirken.

Anekdote am Rand - hier gibt es auch einige kleine Läden mit Souvenirs, bei denen doch wirklich Kreuzfahrer explizit Rabatte bekommen, teilweise gestaffelt nach Kreuzfahrgesellschaft. 

Der wohl berühmteste Sohn der Stadt - zumindest in der heutigen Zeit - ist Cristiano Ronaldo. So ist nach ihm nicht nur der Flughafen benannt, sondern es gibt auch ein Museum am Hafen, in dem seine Erfolge - individuell und mit den jeweiligen Mannschaften - zelebriert werden. Das Museum enthält Repliken aller möglichen Pokale, Trophäen und sonstigen Auszeichnungen. Die schiere Menge ist dabei schon beeindruckend, ansonsten ist das Museum sicherlich kein Must-See. Vor dem Museum steht eine frei zugängliche Bronze-Statue von ihm, die natürlich für Fotos stark frequentiert wird. Wie bei Bronze so üblich, werden die häufig angefassten Stellen mit der Zeit glänzend. Neben einigen zu erwartenden Stellen ist dabei die am Häufigsten frequentierte Stelle sein bestes Stück. Die spinnen die Touris 😎. Anbei ein paar Eindrücke (fotografiert ohne Stativ und ohne Blitz, daher nicht ganz scharf).

Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo Museum
Cristiano Ronaldo Museum
Cristiano Ronaldo Museum
Cristiano Ronaldo Museum

Eine aus dem Stadtbild nicht wegzudenkende Schönheit sind die sogenannten Azulejos, blau bemalte Keramikfliesen, oft zu kunstvollen Bildern zusammengesetzt und in der Regel sehr alt. Der Name Azulejo stammt aus dem arabischen "Al-zuleique" und bedeutet "kleiner, polierter Stein". Gemeint sind glasierte, wetterfeste Fliesen. Die Kunst entstand in Persien und gelangte von dort über den arabischen Raum mit den Mauren bis nach Spanien und Portugal. Heute gilt Portugal als Hauptproduzent für Azulejos. Auf Madeira findet man sie quasi an jeder Ecke, mal an Hauswänden mit Motiven des Lebens von früher, mal prominent platziert mit christlichen Motiven, manchmal auch neueren Datums und leicht kitschig. Überflüssig zu erwähnen, dass man sie in Funchal auch gut kaufen kann. 

Azulejo in Monte
Azulejo
Azulejo
Azulejo
Azulejo
Azulejo
Azulejo
Azulejo
Schönheit ist vergänglich
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