

zurück

vor
Neben der Tatsache, dass Stockholm aufgrund seiner besonderen Lage am Wasser und der vielen sehr gut erhaltenen Gebäude ausgesprochen attraktiv ist, ist die Stadt auch bekannt für seine vielen tollen Museen. Davon wollen wir heute zwei weitere in Angriff nehmen. Für uns dabei unverzichtbar - das ABBA-Museum.
Hin geht es wieder mit der Fähre nach Göna Lund auf der Insel Djurgården. Seit 2013 gibt es auf dem von vielen nur die "Museumsinsel" genannten Stadtteil das Museum, dass sich mit der Geschichte der schwedischen Pop-Ikonen beschäftigt. In der doch recht kurzen Zeit ihres Bestehens (ca. 1972 - 1982) haben die vier unendlich viele Ohrwürmer produziert, die man noch heute sehr gut hören kann. Für uns in den 1960ern Geborenen gehören sie einfach dazu, sind wir doch mit der Musik aufgewachsen. Das Museum ist entgegen so manchem anderen Museum sehr interaktiv aufgebaut und somit absolut kurzweilig. Natürlich wird man durch die Geschichte der Band geführt, aber es gibt auch viele Stationen zum Mitmachen - Mitsingen, Mittanzen, Eigene Aufnahmen machen, sich in die Band eingliedern und Vieles mehr. Daneben gibt es unzählige Kostüme, goldene Schallplatten, Studionachbauten, Filmausschnitte, etc.
Insgesamt locker 2-3 Stunden unterhaltsamen Aufenthaltes.


![]() | ![]() | ![]() |
|---|---|---|
![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ![]() |
Beschwingt von den Eindrücken und noch voller Tatendrang beschließen die Männer, sich noch ein weiteres Museum "zu geben", während die Frauen sich auf einen Kaffee stürzen.
Untrennbar mit der Geschichte der Stadt Stockholm verbunden ist das Schicksal der Vasa, eines einst mächtigen Kriegsschiffes. Ein kurzer Abriss der historischen Ereignisse:
Die Vasa wurde im Auftrag von König Gustav II. Adolf gebaut und sollte das prächtigste und stärkste Kriegsschiff der Ostsee werden. Am 10. August 1628 fand die Jungfernfahrt statt. Nur 18 Minuten nach dem Ablegen, bei normalem Seegang, erfassten Windböen das Schiff, Wasser drang durch die offenen unteren Kanonenluken ein, woraufhin die Vasa sank. Enormer Zeitdruck, ständige Änderungen am Bauplan, mangelnde Stabilität und ein zu hoch liegender Schwerpunkt führten letztlich zur Katastrophe. Nach 333 Jahren auf dem Grund der Ostsee wurde das Wrack 1961 durch Anders Franzén lokalisiert und geborgen. Aufgrund des Brackwassers und des Fehlens holzzersetzender Organismen blieb das Schiff zu über 95 Prozent im Originalzustand erhalten. Seit 1990 befindet sich die restaurierte Galeone im eigens dafür errichteten Vasa-Museum in Stockholm.











Anschließend geht es zurück in die Stadt. Auf dem Weg genießen wir noch einmal die tolle Aussicht von der Fähre. So ein Leben am Wasser ist einfach super. Nach so viel Kultur haben wir uns ein Mittagessen verdient. Es gibt in Stockholm die Östermalmshallen, eine kleine aber feine Markthalle mit allerlei lokalen und schwedischen Spezialitäten und natürlich viel Fisch. Neben dem Einkauf frischer Produkte kann man hier auch gut in der angegliederten Gastronomie Speisen. So gönnen wir uns leckeres Smørrebrød (ja, eigentlich dänisch, aber auch in Schweden verfügbar) mit allerlei Fisch-Variationen. Das Haus stammt übrigens aus dem Jahr 1888 und ist denkmalgeschützt.











Wie bei einem solchen Städtetrip üblich, erläuft man die Stadt von Nord nach Süd, von West nach Ost, Kreuz und Quer und das alles mehrmals. So haben wir natürlich noch einiges Mehr gesehen und fotografiert. Bei den folgenden Bildern weiß ich allerdings im Nachhinein nicht mehr wirklich, in welche chronologische Reihenfolge das eigentlich gehört. Sollte dem Gesehenen aber keinen Abbruch tun.







Zwei Dinge verdienen, glaube ich, doch noch einer kleinen besonderen Erwähnung. Zum einen wäre da die "kleinste Statue" Stockholms, auch wenn es da zwei Statuen gibt, die um den Titel streiten. Der sogenannte Iron Boy hat zumindest den offiziellen Titel inne. Im Hinterhof der Finnischen Kirche in Gamla Stan findet man ihn, er ist nur 15 cm hoch. Die Skulptur des schwedischen Künstlers Liss Eriksson (1919 – 2000) heißt eigentlich „Kleiner Junge, der auf den Mond sieht“, wird aber meist nur „Järnpojke“ genannt, also „Eisenjunge“. Der Järnpojke steht seit 1967 hier. Die Legende besagt, dass, wenn man ihm den Kopf streichelt, man nochmal nach Stockholm zurückkommen wird. Und ihr wisst ja, ich finde solche Legenden und Geschichten höchst charmant - also habe ich natürlich auch über die viel benutzte Stelle gestreichelt.

Zum anderen sei da die Kunst in der Stockholmer U-Bahn genannt. Die Stockholmer U-Bahn ist eine gigantische Kunstgalerie. Mehr als 90 der über 100 Stationen sind mit Kunstwerken von ca. 150 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern ausgeschmückt. Stockholm besteht aus vielen Inseln, die aus Felsen bestehen. Daher wurden die U-Bahn-Linien samt Bahnhöfen wie Höhlen in Stein gegraben. Das sieht natürlich erstmal nicht sehr einladend aus. Daher beschloss man, die graue und düstere Atmosphäre mit Kunst zu verschönern.



Zum Abschluss unseres kleinen Stockholm Städtetrips haben wir uns noch einen Ausflug in die Schären ausgesucht. Auch das gehört für uns irgendwie zu Stockholm dazu. Natürlich gibt es in den Schären vor Stockholm unendlich viele Inseln und somit Ziele, die man besichtigen kann. Eine recht nahe gelegene solche Insel ist Vaxholm, das sogenannte "Tor zum Schärengarten". Die Tour dorthin muss man auch nicht unbedingt mit einem Ausflugsboot machen, sondern kann wieder eine der städtischen Fähren nehmen, was wir auch getan haben. Das hat zwar den kleinen Nachteil, dass die Fahrt etwas länger dauert, da die Fähre diverse Stellen unterwegs anläuft, hat aber auf der anderen Seite den Vorteil, dadurch eine sehr gemütliche und abwechslungsreiche Fahrt genießen zu können, auf der man zum Beispiel anfangs an den etwas abseits der Innenstadt gelegenen, industriellen Gebieten vorbeifährt. Uns hat es auch viel Spaß gemacht, an den kleinen und teils kleinsten Anlegestellen zu beobachten, wie meist Einheimische die Fähre als Transportmittel nutzen, um zum Beispiel zum Einkaufen nach Stockholm zu fahren. Hier ist eben das Wasser eine zusätzliche Transportstraße.
Vaxholm selbst ist eine gemütliche Kleinstadt mit Läden, Galerien, Cafés und einem sehr lebendigen Treiben rund um die vielen Segel- und Motorboote am Hafen. Bekannt ist der Ort auch für die Festung, die gegenüber auf der kleinen Insel Vaxholmen liegt. Gustav Vasa hat sie bauen lassen, um die nördliche Einfahrt nach Stockholm zu sichern. Fertig war die Festung 1863. Wir haben diese aber nicht besichtigt, sondern uns auf einen ausgiebigen Bummel durch die wirklich zauberhaften Siedlungen begeben. Natürlich durfte dabei auch eine Einkehr zur Schwedischen Fika - der klassischen schwedischen Pause mit Kaffee und süßem Gebäck - nicht fehlen.


















































