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Gripsholm
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Ab heute trennen sich unsere Reisewege. Während unsere Freunde wieder zurück nach Deutschland fliegen, starten wir unseren Roadtrip durchs südliche Schweden. Dafür fahren wir zunächst auch mit dem Taxi zum Flughafen von Stockholm, wo wir unseren Mietwagen entgegennehmen. Wir erhalten einen schönen SuV und los geht's. Bevor wir uns auf den Weg nach Westen machen, haben wir noch einen Abstecher knapp nördlich von Stockholm geplant. Über Sigtuna geht es nach Uppsala, wo wir auch eine Zwischenübernachtung einlegen. Dann fahren wir über Schloss Gripsholm nach Vadstena an den Vätternsee, von wo aus wir verschiedene Ausflüge geplant haben. Um nicht für jede einzelne Besichtigung eine eigene Seite hier aufzumachen, habe ich einfachheitshalber alles unter der Überschrift Vätternsee subsummiert. 

Sigtuna

Nur eine halbe Stunde westlich vom Flughafen liegt die kleine Stadt Sigtuna. Sigtuna gilt als Schwedens älteste Stadt. Sie soll um das Jahr 970 entstanden sein. Touristen kommen aber nicht deswegen hierher. Das heutige Sigtuna lockt eher mit idyllischem Ortskern, Holzhäuschen, Souvenirläden, Restaurants und vielen Cafés. Die meisten Geschäfte und Cafés liegen in der Fußgängerzone entlang der kleinen Hauptstraße, Stora gatan. Überdies gibt es in der Stadt Schwedens kleinstes Rathaus zu sehen (am Stora torget). Hier beginnt sozusagen die Gemütlichkeit und die Entschleunigung. Nun ist Stockholm, verglichen mit anderen (europäischen) Hauptstädten, sicherlich nicht die lärmende, hektische Großstadt schlechthin, aber kaum, dass man Stockholm verlassen hat, gehen die Uhren doch spürbar etwas langsamer.

Sigtuna
Sigtuna
Bokkiosk
Sigtuna
Sigtuna
Sigtuna
Sigtuna
Hinterhofcafé
Sigtuna
Sigtuna
Schwedens kleinstes Rathaus

40 Autominuten nördlich von Sigtuna liegt Uppsala. Uppsala hat etwa 150.000 Einwohner und ist eine der bekanntesten schwedischen Universitätsstädte mit ca. 20% Studenten als Anteil an den Einwohnern. Da Stockholm nur etwas mehr als eine halbe Stunde mit dem Zug von Uppsala entfernt liegt, gibt es auch eine Menge an Studenten, die nicht in Uppsala wohnen. Zentrum der Stadt und sicherlich die Hauptsehenswürdigkeit ist der Dom von Uppsala. Der gotische Dom gehört zu Skandinaviens höchsten und größten Kirchen. Seine beiden Westtürme ragen 118,7 Meter in den Himmel und das macht ihn zu einem imposanten Bauwerk. Der Dom von Uppsala wurde in den Jahren zwischen 1270 und 1435 erbaut. Viele Könige Schwedens wurden im Dom gekrönt und einige auch begraben. So wurde König Gustav I. Wasa mit seinen drei Gemahlinnen und einem Sohn dort beigesetzt. Neben der Besichtigung des Doms haben wir hier noch etwas Zeit mit Bummeln verbracht, leider war das Wetter nicht so prickelnd.

Dom von Uppsala
Uppsala
Uppsala
Dom von Uppsala
Dom von Uppsala
Dom von Uppsala
Dom von Uppsala
Dom von Uppsala
Dom von Uppsala

Unsere nächste Unterkunft liegt dann tatsächlich am Vätternsee. Zunächst besuchen wir aber unterwegs noch das Schloss Gripsholm. Schloss Gripsholm ist der Inbegriff schwedischer Romantik. Seine malerische Lage am Mälarsee, die vier gewaltigen runden Türme und die Backsteinmauern, die je nach Einstrahlung der Sonne in unterschiedlichen Rottönen schimmern sowie eine spektakuläre Möbel- und Porträtsammlung machen das Schloss zu einem Highlight vor den Toren Stockholms. Im Jahr 1537 vom schwedischen König Gustav I. Wasa zum Königssitz ausgebaut, gilt die große Schlossanlage heute als eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Skandinaviens. Zu den Höhepunkten des Schlosses zählen der "Grüne Salon" von Königin Sofia Magdalena und das 1781 errichtete Schlosstheater, das europaweit zu den am besten erhaltenen Theatern des 18. Jahrhunderts zählt (und unseres Erachtens schon alleine den Besuch wert ist).

Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Mariefred
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Schloss Gripsholm
Bahnhof Mariefred

Wie bereits beschrieben, haben wir uns für diese Reise dazu entschlossen, wenige Übernachtungsorte zu verwenden und stattdessen lieber von "zentralen" Punkten aus Ausflüge zu unternehmen. Eine solche Station ist der Vätternsee, der ungefähr auf halbem Weg zwischen Stockholm und Göteborg liegt. 

Der Vättern ist nach dem Vänern Schwedens zweitgrößter See. Das Wasser ist tief (außer im nördlichen Teil), sehr klar und nicht besonders warm. Der Vättern ist schmal und lang. An seiner breitesten Stelle misst der See 31 km. Seine Länge beträgt 135 km. Wer einmal um den See herumfahren will, muss mit ungefähr 300 km rechnen.

Wir haben uns als Übernachtungsort das Klosterhotel in Vadstena ausgesucht. Einst ein königlicher Palast, der für seine Opulenz berühmt war, wurde das Gebäude später zu einem von der heiligen Birgitta gegründeten Kloster, in dem sich das Leben von üppigen Festen zu stillen Gebeten und sparsamer Disziplin wandelte. Im Laufe der Jahrhunderte erfüllte es viele Funktionen, unter anderem als Kriegslazarett unter König Gustav II. Adolf. Heute empfängt dieser außergewöhnliche Ort seine Gäste als ruhiges Hotel und Spa, in dem die Vergangenheit in jedem Stein weiterlebt, der Komfort jedoch ganz modern ist.

Unser erster Ausflug geht zum Freilichtmuseum Gamla Linköping. Wie wahrscheinlich schon tausendmal geschrieben stehen wir beide auf Freilichtmuseen. Diese lebendige Form von Geschichte, gerne mit kostümierten Protagonisten, in der man in die jeweilige Zeit und Region eintauchen kann, gehört für uns zur Besichtigung einer bestimmten Region einfach dazu (so sie denn angeboten wird). Gamla Linköping zeigt als Hauptattraktion eine detailgetreue schwedische Kleinstadt aus dem 19. Jahrhundert. Als die Stadt Linköping ab den 1940er Jahren stark wuchs und modernisiert wurde, drohte vielen historischen Gebäuden im Stadtgebiet der Abriss. Um die alten historischen Gebäude für die Nachwelt zu erhalten, verpflanzte man sie auf ein Gelände westlich der Innenstadt, das man Gamla Linköping (deutsch: Alt-Linköping) taufte. Man beließ es allerdings nicht dabei, die Häuser einfach nur irgendwie auf dem neuen Gelände zu drapieren, sondern schuf mit ihnen eine detailgetreue romantische Bilderbuch-Kleinstadt aus dem 19. Jahrhundert. Gamla Linköping ist zwar nicht die originalgetreue Wiedergeburt des vergangenen alten Linköping, aber sein Straßennetz ist tatsächlich eine Kopie des Originals aus der historischen Altstadt von Linköping. Die besondere Atmosphäre Gamla Linköpings entsteht zum Teil auch dadurch, dass das Museum lebt. 30 der historischen Häuser sind dauerhaft bewohnt, es gibt Restaurants und Cafés, ein kleines Hotel, mehrere Geschäfte und in fast 20 historischen Häusern sind kleine Museen untergebracht. Darunter unter anderem ein Postmuseum, ein Bankmuseum, ein Polizeimuseum, ein Schulmuseum, ein Apothekenmuseum, historisch eingerichtete Wohnungen oder auch das sogenannte Fenomenmagasinet, in dem man auf spielerische Weise physikalische Phänomene entdecken kann.

Gamla Linköping
Gamla Linköping - Apotheke
Gamla Linköping - Bank
Gamla Linköping - Puppentheater

Der Vätternsee ist auch "Bestandteil" des Göta-Kanals, der Stockholm mit Göteborg verbindet. Der Kanal hat eine Länge von 190,5 km, wovon die 87,3 km lange tatsächliche Kanalstrecke zwischen den fünf verbundenen Seen von 58.000 schwedischen Soldaten gegraben wurde. Zusammen mit dem Trollhätte-Kanal und dem Göta älv bildet der Göta-Kanal eine 390 km lange Wasserstraße quer durch Schweden, die einen Höhenunterschied von 91,5 m überwindet. Die Erlaubnis zum Bau des Kanals erhielt die Göta-Kanalgesellschaft unter Leitung von Baltzar von Platen am 11. April 1810, woraufhin am 24. Mai mit dem Bau begonnen wurde, der bis 1832 dauerte. Es war gedacht, dass Schiffe auf dem Weg vom Kattegat zur Ostsee durch Schweden fahren konnten, anstelle durch den Öresund. So sparten die Schiffe den Sundzoll an Dänemark. Der Kanal wurde am 26. September 1832 eröffnet, nur zweieinhalb Jahrzehnte vor Einführung der Eisenbahn (1856) und der Aufhebung des Sundzolls (1857). Dadurch errang er keine entscheidende ökonomische Bedeutung, im Kriegsfall war ihm jedoch strategische Bedeutung zugedacht. Heute ist er eine Touristenattraktion. Er ist vom 1. Mai bis zum 27. September geöffnet.

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Schleusentreppe in Berg
Göta-Hotell
Göta-Kanal
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In Motala gibt es ein nettes kleines Automuseum. Hier hat es uns eigentlich nur durch Zufall hin verschlagen, da das Wetter Mist war und wir noch zu viel Zeit bis zum Abendessen hatten. Da bietet sich doch ein Museum an. Zu seiner Sammlung zählen mehr als 200 Autos, Motorräder und Fahrräder, eine voll funktionsfähige Werkstatt und eine Tankstelle aus den 1920er Jahren sowie ein Wohnwagen aus den 1950ern. Ferner ist eine Reihe von Fahrzeugen ausgestellt, in denen prominente Persönlichkeiten während ihrer Schwedenbesuche chauffiert wurden, z.B. ein bewaffneter Lincoln, der im Jahr 1964 für Nikita Chruschtschow (1894–1971) importiert wurde und der schon kurz nach der Abreise des sowjetischen Gastes zusammenbrach. Oder ein Cadillac aus dem Jahre 1966, den verschiedene Staatsoberhäupter während ihres Schwedenaufenthaltes nutzen, z.B. Indira Gandhi (1917–1984), die Premierministerin Indiens.

Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
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Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum
Motala Automuseum

Heute lassen wir es mal ganz gemütlich angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, das hier im Kloster in einem urigen Kellergewölbe angeboten wird, schauen wir uns erstmal im Kloster selbst um. Hier kann man neben der herrlichen Lage auch die Klosterkirche besichtigen und dann am Ufer entlang in die "Stadt" Vadstena laufen. In Vadstena gibt es dann ein Renaissanceschloss, dass man natürlich auch besichtigen kann. Das Wasserschloss aus dem 16. Jahrhundert ist eine majestätische, viereckige Festungsanlage mit wundervollen runden Eckbasteien. Umgeben ist die Anlage von einem wassergefüllten Graben, über den auch heute noch eine Klappbrücke führt. Im 18. Jahrhundert wurde das Schloss aufgeben, und wurde erst als Getreidelager und danach als Fabrikgebäude genutzt, bis es im 20. Jahrhundert liebevoll restauriert wurde und zu alter Schönheit zurückfand. Wir haben uns mit einer Besichtigung von Außen begnügt, um nicht den kulturellen Overkill durch zu viele Schlossbesichtigungen zu riskieren.

Frühstück Vadstena Klosterhotel
Verschlafenes Vadstena
Vadstena Kloster
Dreifaltigkeitskirche
Dreifaltigkeitskirche
Vadstena Schloss
Vadstena Schloss
Vadstena Schloss
Vadstena Schloss
Vadstena Schloss
Vadstena Schloss
Vadstena Schloss

Kleines Schmankerl - hier am Klosterhotell gibt es auf dem Parkplatz eine Box mit Parkscheiben. In sehr vielen Gegenden in Schweden kann man mit der Parkscheibe ein paar Stunden kostenlos stehen. Da machen es einem die Schweden mal richtig einfach und verteilen diese Parkscheiben kostenlos. Es kann so einfach sein.

Parkscheibenbox

Knapp eine Fahrstunde südlich von Vadstena liegt das kleine, unscheinbare Kaff Gränna. Die Kleinstadt ist insbesondere bekannt für ihre Zuckerstangen-Küchen und ihr Knäckebrot. Polkagrisar heißen die Zuckerstangen und man kann in jedem der Läden, die sie herstellen und verkaufen auch bei der Produktion zuschauen - ein beliebtes Mitbringsel. Uns hat aber eher die Produktion von Knäckebrot begeistert, haben wir dessen Herstellung doch bisher nirgends beobachten können. Die "Knabberei" wird hier in allen nur erdenklichen Geschmacksrichtungen hergestellt - von süß mit Erdbeere und Minze bis zu salzig mit Lakritz Geschmack. 

Gränna
Polkagrisar
Zuckerschock
Knäckebrot
Knäckebrot
Knäckebrot
Knäckebrot
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