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Inzwischen sind wir in Rotorua angekommen, wo wir die nächsten 3 Nächte in zwei verschiedenen Bed & Breakfasts verbringen werden und von dort aus unsere Ausflüge starten. Unbewusst haben wir auf der Nordinsel sehr oft Bed & Breakfasts gebucht, was wir wirklich jedem nur empfehlen können. Wir hatten immer tolle Gastgeber in wunderschönen Unterkünften und gegenüber den Hotels und Ferienwohnungen, in denen wir sonst übernachtet haben, waren die die Bed & Breakfasts wirklich herausragend.
Rotorua ist vor allem für seine geothermische Aktivität und seine reiche Maorikultur bekannt. Überall zischt und brodelt es und ab und an stinkt es auch unangenehm nach faulen Eiern. Rotorua hat aber auch noch einen weiteren touristischen Vorteil, es liegt sehr zentral zu diversen Ausflugszielen und bietet uns so die Gelegenheit, mal drei Tage am Stück in einem Ort zu übernachten.
Einen der ursprünglich bereits von zu Hause geplanten Ausflüge müssen wir aber ausfallen lassen - Hobbington, das Museumsdorf der Hobbits aus dem gleichnamigen Film und der "Herr der Ringe Trilogie". Hier haben wir doch tatsächlich kurzfristig keine Karten mehr bekommen. Im nachhinein hat man uns erzählt, dass das auch nicht so schlimm war, da Hobbington so sehr von asiatischen Touristen überschwemmt ist, dass es schon keinen Spaß mehr macht. Und dabei haben wir uns das volle filmische Mammutprogramm im Vorfeld reingezogen - nun ja, was soll's.
Heute besuchen wir erstmal Te Puia, auch bekannt als Whakarewarewa Thermal Reserve. Der volle Name des Gebietes lautet in der Sprache der Maori "Te Whakarewarewatanga o te Ope Taua a Wahiao". Das bedeutet übersetzt "The gathering together of the war party of Wahiao" - das Zusammentreffen der Kriegertruppe von Wahiao. Hier kann man die geothermischen Aktivitäten gut aus der Nähe besichtigen und sehen, wie es überall zischt und brodelt. Die eigentliche Attraktion des Gebiets ist aber sicher der Geysir "Pohutu", der größte aktive Geysir der südlichen Hemisphäre. Er (oder sie?) bricht ein bis zweimal pro Stunde aus und wird dabei bis zu 30 Meter hoch. Neben dieser grandiosen Zuverlässigkeit sprüht er beim Ausbruch auch noch wirklich lange, bestimmt mehrere Minuten. Im Gegensatz zu den uns bekannten Geysiren in Yellowstone und Island ist das wirklich cool.
Die andere "Attraktion" in Te Puia ist der erneute Besuch eines Maori-Dorfes mit dem schon beschriebenen Ablauf (Begrüßungszeremonie, Willkommen, Schuhe aus, Vorführung von Tanz und Gesang) - schön aber nach dem zweiten Mal dann auch gut.
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Wir schreiben Montag, den 15.04.2019 und es folgt DER Ausflug dieser Reise - White Island. Das hat drei wesentliche Gründe:
1. Darauf habe ich mich im Vorfeld am meisten gefreut
2. Es hat im Nachhinein tatsächlich alle Erwartungen erfüllt und übertroffen und
3. Traurigerweise wird es wohl so schnell keine weiteren Touristen hier geben
Doch von Anfang an - White Island ist Neuseelands einzige aktive Vulkaninsel. Sie liegt etwa 50 Kilometer vor der Küste und konnte zu unserem Besuchszeitpunkt noch besichtigt werden. Man kommt hier entweder per Boot oder per Helikopter hin und kann die Insel dann mit einem Führer - und nur so - besichtigen. Da ich im Vorfeld schon davon geträumt habe, die Insel von Oben fotografieren zu können und es ein wunderschöner, fast windstiller Tag ist, entschließen wir uns dazu, den Helikopter zu nehmen. Das ist natürlich kein Schnäppchen, es stellt sich aber heraus, dass das Geld bestens "investiert" ist. Wir sind neben dem Piloten, der gleichzeitig als Guide herhalten muss, nicht nur die einzigen Fluggäste, sondern auch die einzigen Gäste auf der gesamten Insel, die Boote legen erst an, als wir schon wieder abfliegen - wie cool!!
Die Buchung hat übrigens super einfach und zuverlässig via Telefonat funktioniert, das haben später noch ein paar Mal gemacht und können nur sagen - Top. Auch schwankt es im Helikopter überhaupt nicht, was Cordu im Vorfeld etwas schlechter schlafen ließ. Der Flug mit dem Heli ist super ruhig. Gelandet wird auf der Insel dann auf kleinen Holzplattformen, die gerade so groß sind, dass die Kufen des Helikopters drauf passen und man daneben aussteigen kann. Auf der Insel bekommt man dann einen Helm und eine Atemmaske, die den giftigen Schwefelgeruch filtert. Die muss man aber nur tragen, wenn der Wind ungünstig steht, man zu nah ran gekommen ist oder es einem generell unangenehm erscheint. Wir haben sie nur einmal kurz am Kraterrand benutzt, der Schwefelgeruch ist dann doch echt beißend.
Der Vulkan auf White Island hinterlässt schwefelhaltige Ablagerungen, die von Mitte des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Schwefelmine gewerbsmäßig abgebaut wurden. Vor der Entdeckung von Antibiotika wurde Schwefel in der Medizin als antibakterielles Mittel oder zur Sterilisierung von Weinkorken benutzt, oder auch zur Herstellung von Streichholzköpfen. Der abgebaute Schwefel wurde mit kleinen Rollwagen zur Fabrik transportiert. Allerdings gab es zu wenig Schwefel auf dem Vulkan, und somit wurde die oberste Bodenschicht als Komponente für landwirtschaftlichen Dünger verwendet. Aufgrund des geringen Mineralgehalts des Düngers wurde der Bergbau in den 1930er-Jahren beendet. Die Ruinen der Bauten, die von den schwefelhaltigen Gasen verätzt wurden, konnten von uns noch besichtigt werden.
Nachtrag:
Ein Ausbruch am 9. Dezember 2019 gegen 14:11 Uhr Ortszeit forderte, samt in Krankenhäusern bis 22. Dezember 2019 Gestorbener, 17 Todesopfer und mehrere Verletzte. Zwei weitere Personen gelten noch als vermisst, mit ihrem Tod muss gerechnet werden. Ein komisches Gefühl, dass es ja auch uns hätte treffen können.
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Aus fotografischer Sicht ein echter Leckerbissen sind die vielen vor sich hin gammelnden Industrieanlagen. Ein Traum von Stillleben in grandioser Kulisse. Auch wenn White Island in der Zwischenzeit traurige Berühmtheit erlangt hat, war unser Ausflug dorthin ein echtes Highlight. Wir hatten einen sehr erfahrenen und super netten Führer, der uns alles gezeigt hat - teilweise auch mehr bzw. näher, als anderen, da wir ja alleine waren - und viel Wissen über die Insel vermittelt hat. White Island war schon immer sehr fragil, weshalb man nur in den Fußspuren des Guides laufen darf und sich sehr genau an die Anweisungen halten muss. Es ist weniger das Gift des Schwefels, dass hier Probleme bereitet, als vielmehr die Gefahr, auf Boden zu treten, der fest aussieht, aber in Wirklichkeit ein Loch unter sich birgt. Es ist eben alles vulkanisch und ständig in Bewegung. Vulkanologen kontrollieren daher ständig die Aktivität des Vulkans mit Hilfe von elektronischen Hilfsmitteln wie Überwachungskameras, Magnetfeldstärkenmessgeräten sowie seismologischer Ausrüstung für die Erdbebenwarnungen. Bis zu tausend Erdbeben werden pro Tag auf derInsel registriert, von denen die meisten so schwach sind, dass nur Seismographen sie wahrnehmen.


Am Abend gönnen wir uns noch etwas "Klettern" - wir haben beim Vorbeifahren gesehen, dass es quasi direkt in Rotorua einen Treetop-Walk gibt, der nachts mit toller Beleuchtung zu begehen ist. Hier wurden vor Jahrzehnten Redwood-Bäume aus Kalifornien importiert und als kleines Waldstück angelegt. Ein Deutscher hat dann in diesen Bäumen einen Hochseilpark gebaut, auf dem man gemütlich von Plattform zu Plattform laufen kann. Zwischen den Bäumen und von den Plattformen gut zu sehen, gibt es dann toll designte Laternen und Lichtspiele zu bestaunen. Ist ja zwar aufgrund der Höhe so gar nicht mein Ding, aber ich bin tapfer und "bewältige" den Parcours. Man wird immer nur in kleinen Gruppen auf die Anlage gelassen und auf den Hängebrücken zwischen den Bäumen kann ich dementsprechend mein eigenes Tempo gehen - das kommt mir sehr entgegen.








Und weiter geht es Schlag auf Schlag, wobei sich das stressiger anhört, als es war. Alles in allem haben wir es nicht übertrieben und wenn man schon mal da ist, will man ja auch einiges sehen. Auf speziellen Wunsch eines Einzelnen - ja, ich bin mal wieder Schuld - haben wir uns noch ein weiteres Thermalgebiet nahe Rotorua angesehen - das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. Waiotapu ist maori und bedeutet “heilige Wasser”. Vor 160.000 Jahren ist das geothermisch aktive Gebiet entstanden. Heiße Quellen, Krater aus denen Schwefeldämpfe steigen, Geysire und blubbernde Schlammtümpel prägen den Park. Die Highlights tragen so wohlklingende Namen wie “Devils Home”, “Artist’s Palette” und “Champagne Pool". Ich finde, dass es sich durchaus um einen schönen Park handelt, in dem man auch toll Laufen kann, auch wenn er natürlich erneut nicht an die Highlights des Yellowstone heranreichen kann.











Ein wirklich netter kleiner Ausflug ist der zu den Waitomo Glowworm Caves. Die Waitomo Cave ist die bekannteste der drei hier zu findenden Höhlen. Das hat sie den Glühwürmchen zu verdanken (Arachnocampa luminosa), die nur hier in Neuseeland vorkommen. Mit den uns bekannten Glühwürmchen haben diese allerdings nichts gemeinsam. Es handelt sich nämlich nicht um Insekten, sondern die Larven von Pilzmücken, die in Fäden von der Decke herab hängen. Ihr bläulich leuchtendes Licht zieht Insekten an, die sich in den Fäden verfangen. Die Höhlen kann man im Rahmen einer Führung besichtigen und dabei ist es strengstens untersagt zu Fotografieren. Auch das Einschalten des Handys ist nicht erlaubt und es darf auch bei den Glowworms nicht gesprochen werden. Das liegt nicht etwa daran, dass man hier ein unglaubliches Geheimnis draus machen oder mit verkauften Fotos Geld verdienen will (o.k. vielleicht auch), sondern, dass die Glowworms sehr empfindlich gegen Licht und die Vibrationen durch Stimmen sind und davon regelrecht umkommen würden.
Zunächst wird man Stück für Stück tiefer in die Höhle geleitet und es werden einem die - in der Regel schon bekannten - Entstehungsgeschichten von Höhlen im Allgemeinen und Tropfsteinen im Besonderen erläutert. Der erste längere Stopp ist dann in einer großen und sehr beeindruckenden kathedralenartigen Höhle mit toller Akustik. Von hier aus geht aus auch zum ersten Mal in einen Seitenarm, in dem man ganz nah an die Glowworms heran kommt. Absolutes Highlight der Tour ist dann die unterirdische Bootsfahrt am Ende der Führung. Sie führt durch eine Grotte mit abertausenden Glowworms, die die Höhle in ein magisch anmutendes Licht tauchen – lebende Sterne, die direkt über Deinem Kopf eine lebende Galaxie formen, und das an einem Ort, dem Licht ansonsten völlig fremd ist. Ein einzigartiger Anblick, den man mit eigenen Augen gesehen haben muss.
Die Bilder stammen übrigens aus Scans von einem Buch, das wir uns dort gekauft haben.

















































