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Torri del Benaco
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Wie bereits beschrieben, gibt es ein paar wenige Fährverbindungen, die auch Autos mitnehmen, zwischen der Westseite und der Ostseite des Gardasees. Eine davon fährt wenige Kilometer von unserer Unterkunft ab, nämlich von Maderno. Auf unserem ersten Tripp "rüber" haben wir uns die Orte Torri del Benaco (wo man mit der Fähre ankommt) und Lazise angeschaut. Torri del Benaco hat knapp über 3.000 Einwohner, womit der Ort zu den kleineren Städten am Ostufer gehört. Der Ort ist mit einer von Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen geprägten Geschichte versehen. Im Gegensatz zu den anderen Gemeinden der Region, die ebenfalls zahlreiche Auseinandersetzungen in ihrer Historie zu verdauen hatten, kam Torri im 15. Jahrhundert eine besondere Ehre zuteil, als sie vom Dogen von Venedig zum Hauptsitz der Gardesana dell'Acqua ernannt wurde. Zu diesem Zusammenschluss gehörten insgesamt zehn Gemeinden, die eigenständig in ihrer Verwaltung blieben, sich jedoch zum gemeinsamen Ziel setzten, den zu dieser Zeit gängigen Schmuggel von Waren vom Ost- hinüber zum Westufer zu unterbinden. Die Scaligerburg von Torri del Benaco gilt als bekanntestes historisches Bauwerk der Gardesana dell'Acqua.

Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco
Torri del Benaco

Lazise ist eine typische Touristenhochburg am Ostufer. Ein schmales Hafenbecken zieht sich bis in den Ortskern hinein und prägt gemeinsam mit der Uferpromenade das Bild des Zentrums. Entlang des Wassers finden sich Restaurants, Bars und Cafés, während die Gassen und kleinen Plätze der Altstadt zum Bummeln und Einkaufen einladen. Auch in den Abendstunden herrscht in Lazise eine angenehme Lebendigkeit. Uns war das aber alles in allem schon zu touristisch. 

Lazise
Lazise
Lazise
Lazise
Lazise

Quasi direkt vor unserer "Haustür" liegt die Isola del Garda, ebenfalls nur per Boot von Maderno aus zu besichtigen - und nur im Rahmen einer geführte Tour. Erst seit einigen Jahren hat die Familie Cavazza ihren Privatbesitz - die "Isola del Garda" - Besuchern wieder zugänglich gemacht. Die größte Insel des Gardasees wurde bereits von den Römern besiedelt und wurde einst von Franz von Assisi als Stätte zur Gründung eines Klosters auserkoren. Bis ins 18. Jahrhundert diente das erweiterte Kloster den Mönchen und seinen Besuchern als Refugium der Meditation bis Napoleon dem ein Ende setzte. Seitdem sah die Insel wechselnde Eigentümer - meist waren es Adelsfamilien, die im Laufe des 19. Jahrhunderts die entstehende palastähnliche Anlage weiter ausbauten. 1860 kam die Insel in Besitz des Heeres und man stellte Überlegungen über den Bau einer Festung mitten im Gardasee an, die jedoch später wieder verworfen wurden. Nachdem Herzog Gaetano de Ferrari die Isola del Garda ersteigert hatte, ließ er die ersten Parks anlegen. Der Architekt Luigi Rovelli baute die noch heute so bestehende Villa im Stil der venezianischen Neugotik zwischen den Jahren 1890 und 1903. Später wurde das prägnante weiße Bauwerk mit den typischen hohen Fenstern, Verstrebungen und Zinnen an die Familie Borghese vererbt, deren Tochter mit Graf Alessandro Cavazzo verheiratet war. Der Sohn der beiden vererbte die Villa seinen sieben Kindern, die heute den großen Besitz verwalten und in Eigenregie Führungen für Familien, Individualreisende, Gruppen und Schulklassen anbieten. Leider darf man im Inneren keine Fotos machen, außerdem wurde gerade alles für eine Hochzeit vorbereitet.

Isola del Garda
Isola del Garda
Isola del Garda
Isola del Garda
Isola del Garda

Sozusagen der "Standardausflug" an der Ostküste ist der Besuch des Ortes Malcesine und des Monte Baldo, des höchsten Bergmassivs am Gardasee, auf dessen Plateau man mit einer Seilbahn fahren kann. Das Problem dabei stellt das Wetter dar, da der Gipfel oft in Wolken liegt und man so die Aussicht nicht genießen kann. Wir haben uns also nach dem Studium des Wetterberichts einen Tag ausgesucht, der gut geeignet sein sollte, vorab ein Ticket für einen festen Slot mit der Seilbahn gebucht, um dann festzustellen, dass das nichts bringt. Man lässt alle interessierten Gäste anstehen, bis die nächste Bahn fährt - egal, ob man bereits ein Ticket hat oder nicht und egal, welchen Timeslot man gebucht hat - ärgerlich! Und so kommt es, wie es kommen muss - wir erreichen den Gipfel und es zieht sich zu. Keine Chance, einen Blick auf den See zu werfen von hier oben - Pech gehabt. Wieder unten angekommen hatten wir dann auch keine Lust mehr, mit den Touristenmassen durch Malcesine zu stapfen oder die dortige Scaligerburg zu besuchen - vielleicht ein anderes Mal.

Seilbahn zum Monte Baldo
Wie sie sehen, sehen sie nichts
Malcesine
Malcesine
Blick von recht weit unten

Ein wirklich toller Ausflug auf der Ostseite - mit etwas Fahrerei verbunden - führt zur Wallfahrtskirche Madonna della Corona. Die Wallfahrtskirche liegt unterhalb einer senkrechten, teils überhängenden Felswand auf 773 Metern Höhe, hoch über dem von der Etsch durchflossenen Vallagarina. Erreichbar ist sie von Spiazzi, einer Fraktion der Gemeinde Caprino Veronese an der Ostseite des Monte Baldo, in zirka 15–20 Minuten Fußweg (extrem steil!) oder mit Pendelbusverkehr (abenteuerlich!). Außerdem führt ein Wanderweg von Brentino im Vallagarina zum Wallfahrtsort hinauf, bei dem knapp 600 Höhenmeter zu bewältigen sind. Der Zusatz „della Corona“ im Namen der Wallfahrtskirche und des Wallfahrtsortes stammt wohl nicht von der „Krone“ (it. „Corona“) in dortigen Mariendarstellungen, sondern eher von dem alten Begriff „Corona“ für „Felsen“ oder für die „Steinwand“, an der die Kirche steht. Zu den Besonderheiten der Kirche zählen vor allem ihre Lage und Architektur - sie wurde teils direkt in den Felsen hineingebaut, die Westwand und Teile der Nordwand der Kirche bestehen aus weitestgehend naturbelassenem Felsgestein. Bis zum Bau des Zugangsweges von Spiazzi aus mit den aufwendigen Tunneldurchbrüchen im Jahr 1922 war die Kirche nur über den anstrengenden Fußweg von Brentino Belluno aus oder durch das Abseilen mit einem Lastenkorb (direkt über der Kirche am Hangabbruch) zu erreichen. Der Lastenkorbtransport wurde bereits im 16. Jahrhundert konstruiert.

Madonna della Corona
Madonna della Corona
Madonna della Corona
Madonna della Corona
Madonna della Corona
Madonna della Corona
Madonna della Corona
Madonna della Corona
Madonna della Corona

Eine Augenweide und eine absolute Wohltat im ansonsten so rummeligen und touristischen Osten ist die Punta San Vigilio, eine Halbinsel zwischen Garda und Torri del Benaco. Die Halbinsel befindet sich in Privatbesitz, ist aber ein beliebtes Ausflugsziel. Der kleine Hafen ist frei zugänglich und der perfekte Ort für einen Aperitif direkt am Wasser. In der historischen Locanda San Vigilio kann man gehoben übernachten oder speisen. Wir haben hier einen Kaffee getrunken und ein paar Kekse gegessen und ansonsten einfach mal die Zeit verstreichen lassen und dem gemächlichen Treiben zugeschaut.

Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
Punta San Vigilio
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